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Flensburg und Kiel haben ihren Stiefel runtergespielt, standen nicht umsonst im Endspiel des DHB-Pokals.
International ist für mich das Ausscheiden der deutschen in der Champions League nicht so dramatisch, ab dem Viertelfinale ist das auch sehr stark Glücksache. Bis auf Lemgo ist da auch keine deutsche Mannschaft deutlich ausgeschieden. Allerdings: die absolute Überlegenheit konnte international keine Mannschaft zeigen, IMHO gibt es 10-12 Mannschaften die mit etwas Glück Champions League-Sieger werden können (neben Lemgo, Kiel, Flensburg aus Deutschland auch Magdeburg).
Im EHF-Pokal hat man dann gesehen, wie stark die Deutschen eigentlich sind. Da freute mich der Sieg Essens gegen Magdeburg übrigens sehr, ich gönne Schewzow zum Abschied und natürlich Velyky den Titel.
Für Magdeburg und Lemgo - die mal wieder um Platz 3 kämpften - war die Saison für einige Fans wohl
eine Enttäuschung. Für mich nicht. Beide Mannschaften präsentierten sich nicht stabil. Bei Lemgo ist
die Zahl der Spitzenleute nicht groß genug gewesen, um die Verletzten oder zu hohe Belastungen (wie nach Olympia) aufzufangen.
Bei Magdeburg waren die Erwartungen meiner Ansicht nach übertrieben, die Mannschaft hat noch immer Schwierigkeiten sich zu finden.
Beide Mannschaften hätten mit viel Glück um die Meisterschaft mitkämpfen können, hatten dieses Glück aber nicht. Eher im Gegenteil.
Im weiteren Feld litt Hamburg an den Lizenzproblemen, die im Endeffekt zusammen mit Verletzungspech einige Punkte kosteten.
Hamburg und Gummersbach hätten meiner Einschätzung zu Beginn der Saison nach normalerweise eng beieinander Platz 5 und 6 erreicht.
Haben sie aber nicht. Hamburg ist auch ohne 8 Punkte-Abzug eine Enttäuschung, bei Gummersbach hat die Mannschaft im Endeffekt
das erreicht, wozu sie im Stande ist.
Essen war etwas besser als erwartet, ebenso Nordhorn. Beide kamen für mich aber auch zwischendurch nicht für die Champions League in Betracht und
verloren am Ende dementsprechend auch an Boden. Dennoch: in Nordhorn und Essen kann man mit der Bundesliga-Saison sicherlich sehr zufrieden sein - bei letzteren allerdings nur in sportlicher Hinsicht.
Wallau ist da gelandet, wo sie zu erwarten waren.
In Göppingen, Wilhelmshaven und Nettelstedt kann man sehr zufrieden sein, sehr früh den Klassenerhalt gesichert zu haben. Allerdings werden Wilhelmshaven und Nettelstedt es nächstes Jahr wieder schwer haben. Bei Göppingen sehe ich einen Aufwärtstrend, der sich fortsetzen kann, die haben vor allem einen der besten Trainer der Liga.
Grosswallstadt war die Enttäuschung der Hinrunde, hat sich aber noch gesammelt. Mit den Neuzugängen dürften sie im nächsten Jahr aber nichts mit dem Abstieg zu tun haben.
Minden war enttäuschend. Vom Kader her hätten sie sich früher vor dem direkten Abstieg retten müssen.
Düsseldorf liegt im Soll.
Wetzlar ist für mich die Enttäuschung der Saison. Ich glaube nicht, dass die mit Petkovic soweit nach unten gereicht worden wären.
Pfullingen: Hochachtung davor, dass die solange in der Liga geblieben sind. Ist wie Freiburg im Fussball: Pfullingen gehört zu den
Mannschaften, die wahrscheinlich von der Stärke her zwischen Liga 1 und 2 anzusiedeln ist, ähnlich wie Kronau.
Ich glaube, damit sollte man in Pfullingen schon sehr zufrieden sein. Durch die Lizenzquerelen bleiben sie drin, das ist natürlich noch toller für den Verein.
Schwerin: Dabei sein ist alles... da hätte man nicht noch Schulden anhäufen müssen.
Am Tabellenende kommt natürlich alles ins Schwimmen, wenn man die Lizenzspirenzchen betrachtet. Wer keine Lizenz erhalten sollte, sollen lieber andere entscheiden. Bescheiden finde ich neben dem finanziellen Gebaren, dass die Vereine aus Essen, Wallau-Massenheim und Hamburg gerne mal mit dem Finger auf andere gezeigt haben, am liebsten "die böse HBL". Manchmal kam mir das so vor (Schorn-Interview, das Unverständnis der Wallauer auf die Lizenzverweigerung, Reaktionen auf den Hamburger Punktabzug), dass eigentlich die Richter die bösen waren und die Vereine die guten, unschuldigen, armen, rechtschaffenen, etc. ... Das war teilweise unterste Schublade. Die Vereine, die ihre Hausaufgaben gemacht haben, haben diese Probleme nicht gehabt...
Schade fand ich, dass im Zusammenhang mit den Halle-Spielen durch falsche Informationspolitik wieder böses Blut bei Fans aufkam. Da möchte ich auch Herrn Heuwinkel nochmal danken. Der Herr Nuhr war ja im April da, der hätte ihm einen Tipp geben können... Trotzdem bleibt die Informationspolitik des TBV verbesserungswürdig. Beispielsweise würde ich mir wünschen, dass sämtliche den TBV betreffenden Informationen auch im Internet landen und nicht erst in der LZ...
Vielleicht sollten wir aber dem Management danken: wir haben keine finanziellen Probleme, und rangieren immerhin an vierter Stelle in Deutschland. Und das in einer Stadt, bei der man beim Reinfahren rechtzeitig bremsen muss, um nicht schon wieder draussen zu sein... Und wo junge Handball-Talente gerne mal tot überm Gartenzaun hängen möchten...
Und sehr positiv: die Dauerkarten im praktischen Format. Kleinigkeiten können manchmal Freude machen.
Insgesamt: für ihn selbst eine höchstens durchschnittliche Saison.
Trotzdem bleibt er mein Lieblingsspieler, und er ist sicherlich der konstanteste Spieler der ganzen Liga über die letzten Jahre gesehen..