Startseite Wissenschaft Buchtips Filmtips TBV Lemgo Selbstauskunft Lebenslauf Links      PALANDUN

Zerbes Abschiedsspiel

Mein erster Kommentar

Ich tippe im Nachhinein auf ein 44:39. Der Nachfolger auf der Zerbe-Position für nächste Saison ist gefunden, es ist mit Heinz Hahn ein bekannter im Lemgoer Trikot. Und ohne unsere Torhüter kritisieren zu wollen: Lutz Grosser fliegt noch immer am schönsten durch den Torraum. Wobei Fynn Holpert natürlich am schönsten gekleidet war, vielleicht war das die neue Torwartkleidung des TBV.

Treffsicherster Spieler des Spiels entweder Tempelmeier oder Max Ramota oder Zerbe, ich habe da nicht mitgeschrieben. Es ist gut, wenn man mit Ramota, Schwarzer, Baur, etc. Leute in der Mannschaft hat, die für Blödsinn gut sind, dann wird so ein Abschiedsspiel ein tolles Erlebnis. Für mich war es - trotz der Meisterschaften, der Pokalsiege, der Europapokalspiele - wahrscheinlich das emotionalste und schönste Spiel, dass ich in X Jahren sehen durfte. Es dürfte auch das Spiel mit den meisten Standing Ovations in der Lemgoer Geschichte sein. Und mit den meisten Kempas, Trickwürfen und Blödeleien... Es war schön, Lasi, Baumgartner, Eppers, etc. wiederzusehen.

Auf dem Feld war die komplette Lemgoer Handballgeschichte. Erst dann merkt man, was mit Volker Zerbes Abschied wirklich vorbeigeht.

Danke für einen unvergleichlichen Handball-Abend

Und mein zweiter

für mich ist gerade ein Abschnitt meines Lebens zu Ende gegangen. Ich war gerade beim Abschiedsspiel für Volker Zerbe.

Ich gehe glaube ich seit 17 Jahren zum Handball. Vielleicht auch 18. Und da hat Volker Zerbe schon mitgespielt, war glaube ich sogar Nationalspieler. Seit heute ist das vorbei.

Es war ein ganz grosses Spiel. Ich glaube, so lange wurde in Lemgo noch nie geklatscht und gestanden. Es haben auf Seiten der "Zerbe Allstars" fast alle mitgespielt, die das Lemgoer Handballspiel in 22 Jahren Bundesliga geprägt haben. Bis auf die, die im Dress der heutigen Mannschaft aufliefen wie Daniel Stephan und Markus Baur. Sogar Fynn Holpert ging in Anzug und mit Schlips für einen Siebenmeter ins Tor. Max Ramota hat sehenswerte Tore geworfen (wie ein Eigentor und ein Tor mit Absprung von Blackys Rücken). Zwischendurch hat Florian Kehrmann mal das Tor gehütet und mit einem plötzlich reinkullernden Fussball das 37:31 gemacht. Oder so ähnlich. Und dann hat 2 Minuten vor Schluss Volker nach einer Catch-Einlage gegen Blacky die rote Karte erhalten und ist zum letzten Mal vom Platz...

Für mich war es - trotz der Meisterschaften, der Pokalsiege, der Europapokalspiele - wahrscheinlich das emotionalste und schönste Spiel, dass ich in X Jahren sehen durfte. Es dürfte auch das Spiel mit den meisten Standing Ovations in der Lemgoer Geschichte sein. Und mit den meisten Kempas, Trickwürfen und Blödeleien...

Ich habe auch gemerkt, wie sehr ich ihn schätze, obwohl ich noch nie mit ihm geredet habe... weil er einfach menschlich imponiert. Er hat mit der Nationalmannschaft mal aufgehört, weil er Zeit für seine Kinder haben wollte. Und er war immer ruhig und sachlich... und ein absoluter Mannschaftsspieler. Wahrscheinlich hätte er über 3000 Bundesliga-Tore haben können statt fast 2000, aber Lemgo hätte dann wahrscheinlich ein paar Titel weniger, weil seine Spielintelligenz einfach wichtiger war als Tore werfen.

Tja, jetzt ist das zuende...

Statistik (von tbv4ever)

TBV: Lichtlein 1, Zereike 2, Christophersen 6, Stephan 2,Tempelmeier 4, Preiß 3, Schwarzer 6, Ramota 7, Zerbe 5/1, Kehrmann 2, Baur 2, Kropp 4

Zerbe Allstars: von Boenigk 1, Baumgartner 4, Harke 1, Marosi 1, Ganschow 1, Lima 2, Lause 1, Zerbe 4/1, Sveinsson 1, Krewinkel 1, Sinik 1, Bezdicek 2, Ziegler 1, Franke 6, Schürmann 5, Thierauf 1, Bruelheide 1, Bußmeier 1, Missner 1, Bonath 1, Schewzow 1, und Eigentor M.Ramota

Rote Karte: Zerbe (58.)

Warum mag ich Zerbe?

Mit Volker Zerbe hört für mich mein zweiter Lieblingsspieler nach Laszlo Marosi auf - nach einer beeindruckenden Karriere. Und einer merkwürdigen Karriere. Es ist heute sehr selten, dass ein Spieler seine ganze Karriere bei einem Verein verbringt - mit Ausnahmen von Kurzkarrieren natürlich.

In der Abwehr war er tatsächlich Weltklasse. Mit Zerbe in der Mitte holte Lemgo zwei Meistertitel, die jeweils sehr stark von der Abwehrleistung abhingen.

Im Angriff war er nicht unumstritten. Meiner Ansicht aber auch, weil er eine andere Rolle spielte, als seine Statur aussagte. Zerbe war im Gegensatz zu vielen anderen rechten Rückraumspielern kein Shooter, sondern immer ein Mannschaftsspieler. Marosi hat mal im Interview gesagt, dass es ihm vorkommt, als ob Zerbe mehr Spaß am Vorbereiten als am Werfen hat. Wahrscheinlich hat er da recht. Volker Zerbe wurde aber ausserhalb des Vereins häufig an geworfenen Toren gemessen. Dabei hat er immer ein sehr solides Grundniveau gehabt. Am Ende der Karriere kommt er auf durchschnittlich 3,6 Tore pro Bundesligaspiel, und zwar ohne Siebenmeter (stimmt nicht ganz, einen hat er laut eigener Aussage mal geworfen).

Ich habe aber so dass Gefühl, dass gerade das (vielleicht wegen seiner Größe) von ihm verlangt wird. Das führt dazu, dass er (wie z.B. Pitti als fast reiner Abwehrspieler) selten für überragende Spiele gelobt wird. Dafür hat er eigentlich immer ein anständiges Grundniveau. Selbst wenn es mit dem Tore werfen nicht läuft, kann er trotzdem noch was anderes: anspielen.

Was gerne übersehen wurde: Zerbe war ein sehr guter Anspieler. Er war z.B. bei der EM 2004 und der WM 1999 unter der Top 10 der Assists.

Er hat für Unverständnis gesorgt, weil er mehrfach seinen Rücktritt aus der Nationalmannschaft erklärte und teilweise Vorbereitungsspiele vor Meisterschaften ausliess, während sich andere quälten. Ich kann es aber gut nachvollziehen: Er hat (Interview 1997) mal eine Nationalmannschaftspause eingelegt, weil er mehr Zeit für seine kleinen Kinder haben wollte - für andere ist das vielleicht ein Frevel, ich finde das toll. Die ausgelassenen Vorbereitungsspiele erzürnten zwar die Fans, aber die Mannschaft zog trotzdem mit. Und es war wahrscheinlich eine richtige Entscheidung: ein ausgeruhter Zerbe schaffte es dann auch mal ins All-Star-Team...

Volker Zerbe war nie ein "Paradiesvogel" wie Kretsche, nie ein Lautsprecher, nach aussen immer ein zurückhaltender Mensch. Damit und mit seinem mangelnden Tor-Egoismus konnte er sich nie in die Reihe der Medien-Topstars der Bundesliga einreihen. Ich glaube, das war ihm aber auch ganz recht.

Für mich war Zerbe wichtig. Er steht für mich für einen TBV, der erfolgreichen und vor allem schönen Handball spielen konnte - zusammen mit Stephan, Marosi, Schwarzer, Kehrmann, Siniak und noch anderen hat er Spielzüge gebracht, die einfach schön anzusehen waren. Ausserdem zeigte er, dass man auch als Weltklasse-Sportler ein normaler Mensch bleiben kann, der sich für Ruhe und Familie interessiert - ohne dass das die Leistung schmälert. Anders gesagt: ihm schien die eigene Karriere nicht das wichtigste zu sein - und das find ich nur gut.

Die 11 wird wahrscheinlich nicht mehr vergeben werden in Lemgo, und das ist gut so. Und ich muss mir jetzt einen neuen aktiven Lieblingsspieler suchen.

Als Volker Zerbe einmal mehr den vielen Journalisten die immer gleichen Fragen beantworten musste, kam Markus Baur hinzu und sagte: "Ich wurde gerade gefragt, ob wir heute den Titel für Dich gewonnen haben." - Und, was hast Du gesagt", fragte Zerbe, der nach der Saison seine sportliche KArriere beenden und als Sportlicher Leiter des TBV agieren wird. "Ich habe gesagt, dass du froh sein kannst, überhaupt mitspielen zu dürfen." (Quelle: handball-world.de)

Die Gags

Leider noch unvollständig:

Diese Seite wurde zuletzt geändert am 04.06.06 von Carsten Thurau