{"id":199,"date":"2005-12-22T21:02:00","date_gmt":"2005-12-22T21:02:00","guid":{"rendered":"https:\/\/www.palandun.de\/?p=199"},"modified":"2020-02-26T21:03:01","modified_gmt":"2020-02-26T21:03:01","slug":"die-weihnachtsgeschichte-sehr-frei-nach-lukas","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/www.palandun.de\/index.php\/2005\/12\/22\/die-weihnachtsgeschichte-sehr-frei-nach-lukas\/","title":{"rendered":"Die Weihnachtsgeschichte (sehr frei nach Lukas)"},"content":{"rendered":"\n<p><em>Irgendwie kommt es mir so vor, als ob jeder, der in der Satire etwas \nauf sich hielte, schon einmal \u00fcber die Weihnachtsgeschichte gedacht hat.\n Viele schrieben sogar etwas dar\u00fcber. Nicht wenige ver\u00f6ffentlichten ihr \nGeschreibsel. Ich halte nicht so viel von meinen Schreibk\u00fcnsten. \u00dcber \nWeihnachten mache Ich mir trotzdem ein paar Gedanken. <\/em><\/p>\n\n\n\n<p>Damals,\n im Jahre 7 vor Christus, begab es sich, da\u00df der Kaiser Augustus in \nseine Schatzkammer starrte und zu seinem Schatzmeister sagte: &#8222;Schon \nwieder keinen Schotter!&#8220; Da sagte sein Schatzmeister:&#8220; Machen wir doch \neine Volksz\u00e4hlung, dann wissen wir genau, wer da in eurem Reich ist, und\n wem wir denn mal ein bi\u00dfchen von seinem Geld abnehmen. Und f\u00fcr deren \nKosten erh\u00f6hen wir dann gleich die Einkommenssteuer oder die Luftsteuer \noder sowas.&#8220; Gesagt, getan!<\/p>\n\n\n\n<p>Damals war Julios Monatas Bo\u00df von\n Syrien, und damit auch f\u00fcr Israel zust\u00e4ndig, denn h\u00e4ufig ist es so, da\u00df\n fruchtbares Land verwaltet wird aus dem unfruchtbaren Land; so wie es \nheute ist in Westfalen. Um zum Thema zur\u00fcckzukommen: Jeder ging in die \nStadt, in der er geboren worden war, soweit er das wu\u00dfte, und lie\u00df sich \neintragen mit seinem Namen, dem Namen seines Vaters, wenn dieser bekannt\n war, und mit einem oder zwei Geburtsorten, denn den zweiten konnte man \nvon der Steuer absetzen.<\/p>\n\n\n\n<p>So zog auch ein gelernter Zimmermann aus\n Nazareth, der zwischendurch als Stra\u00dfenpanthomime, Kaninchenz\u00fcchter und\n Spaghettiverk\u00e4ufer gejobbt hatte, nach Jud\u00e4a hinauf in die Stadt \nBetlehem, die heute Betlehem genannt wird. Er wollte sich eintragen \nlassen mit seiner Verlobten Maria, mit der er lebte in wilder Ehe, und \nsie erwartete ein Kind, da\u00df sie nennen wollte Brian, Ferdinand oder \nLuise (wenn es ein M\u00e4dchen werden w\u00fcrde), w\u00e4hrend er das Kind lieber \nJosef jun. oder Josefine nennen wollte, denn er hatte seinen Stolz.<\/p>\n\n\n\n<p>Leider\n hatte das Hotel in Betlehem die Reservierung verschlampt, und wegen der\n IAA (Internationale Aussteller-Ausstellung) gab es keine freien Zimmer \nund keine Parkpl\u00e4tze mehr in Betlehem. Deswegen lie\u00dfen sich die beiden \nim Stall der \u00f6rtlichen Jugendherberge nieder, obwohl dies verboten \nwaren, den die G\u00fcltigkeit ihrer Mitgliedsausweise waren abgelaufen. Und \nals sie da so sa\u00dfen im Stall, gebar Maria ihr Kind, wickelte es in \nPampers, und legte es in eine Krippe, die ein gar vortrefflicher Ersatz \nf\u00fcr eine Kinderwiege war.<\/p>\n\n\n\n<p>Zur gleichen Zeit besoffen sich jedoch \nein paar Hirten in der N\u00e4he des Stalls, und bewachten ihre Schafe, deren\n Zahl sich innerhalb k\u00fcrzester Zeit vor ihren Augen verdoppelte. Da \nerschien ihnen ein Engel, und dieser sprach: \u201cF\u00fcrchtet euch nicht!\u201c, \nobwohl sie sich sowieso nicht f\u00fcrchteten, denn in ihrem Zustand war es \nihnen vollkommen egal, ob ein Engel oder ein rosa Elefant erschien. Dann\n erz\u00e4hlte er ihnen, da\u00df ER geboren wurde, und zwar in einer Krippe, und \ner sie erl\u00f6sen w\u00fcrde von dem B\u00f6sen (und, das erz\u00e4hlte er nach einer \nZwischenfrage, von den Kopfschmerzen), und das Volk befreien w\u00fcrde. Die \nHirten waren schwer beeindruckt und n\u00fcchtern, und dieses war ein gro\u00dfes \nWunder.<\/p>\n\n\n\n<p>Und da gingen sie zur Krippe, um zu gaffen, denn das tut \nman, wenn sich etwas ereignet. Zwischendurch trafen sie drei K\u00f6nige, \neigentlich waren es K\u00f6nigss\u00f6hne, eine Art fr\u00fchzeitliche Yuppies, die \nauch schwer beeindruckt waren von der Geschichte; und sofort orderten \nsie mit ihren Handys ein paar Geschenke f\u00fcr das Kind, die auch prompt \nmittels Fallschirm herabgelassen wurden: Gold, Weihrauch und M\u00f6hren \n(denn die \u00dcbermittlung durch Handys war zu der Zeit noch nicht so gut) &#8211;\n alles Dinge, mit denen der Kleine nichts anfangen konnte. Windeln, eine\n Rassel, und Babybrei mit M\u00f6hrengeschmack h\u00e4tten weniger gekostet und \nw\u00e4ren weitaus besser angekommen, aber es waren nun einmal Yuppies.<\/p>\n\n\n\n<p>Dann\n gingen sie zur Krippe, schauten sich das Kind an, \u00fcberreichten \nGeschenke, fragten, wann denn die Beschneidung sei und sie auch \neingeladen w\u00e4ren, und verst\u00e4ndigten die \u00f6rtliche Presse. Und am n\u00e4chsten\n Tag stand in der Zeitung: &#8222;Messias geboren&#8220;, beinahe so dick wie die \n\u00dcberschrift &#8222;Kaiser und Kaiserin &#8211; gibt es noch Hoffnung ?&#8220; (Untertitel:\n \u201eUnd wieder flogen die Teller\u201c), und direkt neben den Sportergebnissen.<\/p>\n\n\n\n<p>Na\n ja, und das war es eigentlich; obwohl das Kind nat\u00fcrlich nachher noch \nganz ber\u00fchmt wurde, wegen seines Musicals &#8222;Messias Superstar&#8220; und den \nMessias-Latschen und der F\u00e4higkeit, \u00fcber das Wasser zu gehen, ohne nass \nzu werden. Und noch Jahre lang berichteten die Zeitungen von den \nProblemen des Messias mit seinem Kreuz.<\/p>\n\n\n\n<p>Und so war das.\n                \t\t\t\t\t              \n\n<\/p>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>Irgendwie kommt es mir so vor, als ob jeder, der in der Satire etwas auf sich hielte, schon einmal \u00fcber die Weihnachtsgeschichte gedacht hat. Viele schrieben sogar etwas dar\u00fcber. Nicht wenige ver\u00f6ffentlichten ihr Geschreibsel. Ich halte nicht so viel von meinen Schreibk\u00fcnsten. \u00dcber Weihnachten mache Ich mir trotzdem ein paar Gedanken. 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