{"id":288,"date":"2005-04-26T07:25:00","date_gmt":"2005-04-26T07:25:00","guid":{"rendered":"https:\/\/www.palandun.de\/?p=288"},"modified":"2020-02-29T07:26:23","modified_gmt":"2020-02-29T07:26:23","slug":"humor","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/www.palandun.de\/index.php\/2005\/04\/26\/humor\/","title":{"rendered":"Humor"},"content":{"rendered":"\n<p>\nDer Humor unterscheidet sich in den verschiedenen L\u00e4ndern unserer Welt betr\u00e4chtlich.<\/p>\n\n\n\n<p>Der\n Engl\u00e4nder pflegt den trockenen, t\u00f6dlichen Humor. Witzig ist, wenn man \nkeine Emotionen zeigt, wenn es um den Tod geht und wenn Wortspiele dabei\n sind. Die englische Sprache kann auf 200 Worte reduziert werden, die \nallerdings 1000000 verschiedene Bedeutungen haben. Gut, verstehen wird \nman sich dann nicht. Aber das kann man im Englischen eh nicht. Beispiel:\n f\u00fcr englischen Humor:<br>A man takes his very big dog to the vet (an \nanimal doctor). He tells the vet that the dog&#8217;s eyes look unhealthy. The\n vet picks up the dog and takes a good look at the dog&#8217;s eyes, and says:<br>I&#8217;m going to have to put him down.<br>Why? Just because he can&#8217;t see well?<br>No, because he&#8217;s too heavy.<br>Man nennt das schwarzen Humor.<\/p>\n\n\n\n<p>Die\n Italiener hingegen leiden etwas darunter, dass sie kein K in der \nSprache haben. Deswegen kennen sie nur C-Lauer. Au\u00dferdem gleiten sie \nleicht in den Bereich ab, den in Deutschland Ingo Appelt abdeckt.<\/p>\n\n\n\n<p>Vater: \u201ePierino, lass Dir gesagt sein, wenn Du st\u00e4ndig masturbierst, wirst Du irgendwann mal blind!\u201c<\/p>\n\n\n\n<p>Pierino: \u201ePapa, wo schaust Du denn hin, ich bin doch hier!\u201c<\/p>\n\n\n\n<p>Die Franzosen lieben komplexe Witze.<\/p>\n\n\n\n<p>Ein\n Mann geht mir seinem Hund ins Kino, den Film \u201eKrieg und Frieden\u201c \nanzusehen. Der Hund sitzt neben ihm und folgt dem Film auf \nau\u00dfergew\u00f6hnlich intelligente Weise: Er weint als die Heldin den \nSchrecken des Krieges zu entfliehen versucht, lacht als sie sich in \nSicherheit gebracht hat. Die Menschen um ihn herum sind h\u00f6chst erstaunt \nund sagen zum Halter des Hundes nach dem Film: Ihr Hund ist wirklich \nau\u00dfergew\u00f6hnlich. Wir h\u00e4tten nie gedacht, dass er dem Film so folgen \nkann. Der Hundehalter erwidert: Und sie haben ihn noch nie dabei \ngesehen, wenn er das Buch zum Film liest.<\/p>\n\n\n\n<p>Der typische Italiener ist da schon eingeschlafen, ehe die Pointe kommt. Oder beigeschlafen, wenn er noch etwas vorhatte.<\/p>\n\n\n\n<p>Der Amerikanische Humor ist anhand eines Beispiels schnell erkl\u00e4rt. Die Amerikaner haben Bush wiedergew\u00e4hlt.<\/p>\n\n\n\n<p>Wenn\n man richtig koscher lachen m\u00f6chte, empfiehlt sich der jiddische Humor. \nBei diesem geht es darum, sich selbst in die Pfanne zu hauen, so als \nVolk. Die Amerikaner kommen dem sehr nahe, wenn sie Bush w\u00e4hlen. Die \nJuden nehmen noch nicht mal ihre Religion aus.<\/p>\n\n\n\n<p>Moses sprach: \u201eIch\n habe ne gute und ne schlechte Nachricht. Ich habe ihn auf 10 Gebote \nrunter. Ehebruch ist aber noch immer dabei.\u201c<\/p>\n\n\n\n<p>Irgendein Volk lacht genau dann, wenn ein Piefke das Opfer einer humorigen Geschichte wird. Dieser Humor ist zu vernachl\u00e4ssigen.<\/p>\n\n\n\n<p>Das\n ist der Humor verschiedener L\u00e4nder. Von den Deutschen wird h\u00e4ufig \nbehauptet, sie h\u00e4tten gar keinen Humor. Das stimmt nicht. Wir Deutschen \norientieren uns an der urspr\u00fcnglichen Bedeutung des Wortes. Es stammt \naus dem Lateinischen und geht auf den Ausdruck \u201eumor\u201c (Feuchtigkeit, \nFl\u00fcssigkeit) zur\u00fcck. Es bezieht sich auf die vier K\u00f6rpers\u00e4fte \n(\u201ehumores\u201c) Blut, Schleim, schwarze und gelbe Galle. Der typisch \ndeutsche Humor erinnert daran, wie diese K\u00f6rpers\u00e4fte aus einem \nHumoristen auf den Boden klatschen.<\/p>\n\n\n\n<p>Der deutsche Humor ist sogar \nh\u00e4ufiger als in anderen L\u00e4ndern. Man sieht nur h\u00e4ufig nicht, dass es \nHumor ist. Das liegt an der deutschen Geschichte. Wer eine Witzgestalt \nwie Hitler ernst genommen hat, der kann vieles einfach nicht mehr ernst \nbetrachten. Au\u00dferdem gilt in Deutschland das Bierflaschenph\u00e4nomen: Es \nkommt anders als man denkt. Folgerichtig hat ein gro\u00dfer Teil der \nBev\u00f6lkerung das Denken ganz eingestellt. Sie lesen stattdessen BILD. Das\n ist der sogenannte Kreative Analphabetismus: im Endeffekt wird egal, ob\n man lesen kann oder nicht. Bei der Gehirnt\u00e4tigkeit eines BILD-Lesers \n(aber auch eines RTL-Guckers) hat schon mancher Arzt den Hirntod \nfestgestellt. Wir Deutschen haben n\u00e4mlich das Selbstbestimmungsrecht: \nwir k\u00f6nnen selbst bestimmen, wie bl\u00f6d wir sind.<\/p>\n\n\n\n<p>Am besten prallen\n weitere Pfeiler deutschen Humors auf die BILD-Zeitung zusammen. \nBeispielsweise unsere Adelige, die immer f\u00fcr einen Lacher gut sind. \nBlaues Blut wei\u00dft h\u00e4ufig auf ernste Sch\u00e4den im Blut hin, die auch andere\n K\u00f6rperteile betreffen k\u00f6nnen. Da l\u00e4sst weiland ein Prinz Carl-Alexander\n von Hohenzollern-Emden in einer Gegendarstellung darauf hinweisen, dass\n er lesen und schreiben kann. Das schreibt er allerdings nicht selbst, \nsondern er l\u00e4sst einen Rechtsanwalt namens Michael von Sprenger f\u00fcr ihn \nschreiben. Das ist irritierend. Wenn er doch wei\u00df, dass er lesen und \nschreiben kann, wieso schreibt er dann nicht selbst? Wir wollen ihm das \nnicht \u00fcbel nehmen. Immerhin kennt er jemanden, der nicht nur lesen und \nschreiben kann, sondern das auch in die Tat umsetzt. Oder hat Herr von \nSprenger auch noch einen Ghostwriter? Hoffen wir nicht. Nehmen wir es \npositiv: es gibt mindestens einen Adeligen in der Geschichte, der nicht \nnur theoretisch sondern praktisch schreiben kann. Sogar in der \nBILD-Zeitung.<\/p>\n\n\n\n<p>\u00dcberhaupt: Prominente sind immer wieder gut f\u00fcr \neinen Lacher. Uschi Glas verdient ein Zubrot damit, Creme zu verkaufen, \nmit der man aussehen kann wie die Mondlandschaft an einem lauschigen \nSonnentag. Batteries\u00e4ure ist g\u00fcnstiger als die Creme, hat aber den \ngleichen Effekt.<\/p>\n\n\n\n<p>Dann Fu\u00dfballer. Fu\u00dfballer sind noch besser. \nMailand oder Madrid &#8211; Hauptsache Italien. Aber man sollte das nicht \nhochsterilisieren. Es ist erstaunlich, wie ernst die durch 1000 \nKopfb\u00e4lle geistig gest\u00e4rkte Elite unseres Landes diesen Humor \nr\u00fcberbringt. Fast glaubt man, sie meinten es ernst.<\/p>\n\n\n\n<p>Eine alte \nStreitfrage: ist das Fernsehen oder die BILD-Zeitung schlimmer? Das \nFernsehen gewinnt. Die Privaten tun ihr bestes. Nicht nur die. Da sieht \nman eine Szene, ein Mann kommt in eine Bar (also alles noch normal), und\n pl\u00f6tzlich treten zwei Skinheads hervor und nehmen ihn in die Mitte. Sie\n pr\u00fcgeln auf ihn, dass es nur spritzt und kracht, die Ged\u00e4rme fliegen \nraus &#8211; als Schwarzenegger-Fan kennt man das nat\u00fcrlich &#8211; , der Mann \nschreit um Hilfe. H\u00f6rt sich nat\u00fcrlich komisch an, denn die Z\u00e4hne fehlen \nschon, also \u201eHilpe. Hilpe.\u201c Und die Leute sitzen herum und l\u00e4cheln in \ndie Kamera, und dann h\u00e4lt ihn der eine fest, der andere holt noch mal \naus, der sicherlich letzte Schlag, alles ist gespannt, was wird jetzt \ngetroffen, Nase lohnt nicht mehr, die h\u00e4ngt schon herab, der Magen h\u00e4ngt\n auch schon raus, ist deshalb glitschig, man k\u00f6nnte sich die \nSpringerstiefel versauen, und dann kommt er hinein, er, der Held dieser \nSzene, mit flinken Schritten kommt er auf den Mann und die Skinheads zu,\n und sagt: \u201eVerstehen sie Spa\u00df?\u201c<\/p>\n\n\n\n<p>Der Mann lacht wieder, sieht \nmerkw\u00fcrdig aus ohne Z\u00e4hne, stammelt: \u201eNein, dass ich das mal erleben \nkann.\u201c Und der Moderator l\u00e4dt ihn zur Sendung ein und das war es dann. 2\n Tage sp\u00e4ter wird die Szene geschnitten, weil sie zu langweilig ist.<\/p>\n\n\n\n<p>Auf\n einem anderen Sender sieht man innerhalb eines Monats 100 mal eine \nFrau, die auf s\u00e4chsisch \u201eMaschendrahtzaun\u201c sagt. Das ist lustig. Da \nkommt Stimmung auf. Wie pr\u00e4zise die Frau in das einfache Wort \n\u201eMaschendrahtzaun\u201c den Humor hineinbringt. Ein einfacher Drahtzaun h\u00e4tte\n es nicht gebracht, ein J\u00e4gerzaun w\u00e4re kontraproduktiv gewesen. Es muss \nein Maschendrahtzaun sein.<\/p>\n\n\n\n<p>\u201eIn den diversen Nachmittags-Talkshows\n treten die Leute auf, die durch 10 Jahre BILD-Zeitung an den Rand der \nVerbl\u00f6dung oder \u00fcber diesen hinaus getrieben wurden. Talkshows laufen \nunter der Freiwilligen Kontrolle der Sender. In den Strafvollzug w\u00fcrde \ndas hei\u00dfen, dass der W\u00e4rter zum Verbrecher sagt: hier ist der Schl\u00fcssel,\n pass mal auf dich auf.<\/p>\n\n\n\n<p>Anders betrachtet: Es gibt immer wieder \nLeute mit der inneren Einstellung und der Intelligenz einer Klosch\u00fcssel.\n Dummerweise kann man ihnen das nicht sagen. Es gibt jedoch Hilfen: man \nsperrt sie ein und nennt das ganze dann Big Brother. Die Werbung \ndazwischen: PISA &#8211; die Freiheit nehme ich mir.<\/p>\n\n\n\n<p>Aber halt\u201c ruft da\n der Intellektuelle. \u201eWo bleibt bei Ihnen mein Kabarett?\u201c Das frage ich \nmich auch. Hildebrand ist weg. Der kommt auch nicht wieder. Ich kann ihn\n da verstehen. Fr\u00fcher brauchte man wahre politische Pointenfeuerwerke. \nHeute reicht es aus, das ein Kabarettist &#8211; pardon, die hei\u00dfen jetzt \nComedian &#8211; alle 2 Minuten Ficken sagt. Da wei\u00df der Lach-Interessierte, \nwo er seinen Lacher unterbringen darf. Ficken. Vor 50 Jahren durfte man \ndas noch nicht. Sagen meine ich nat\u00fcrlich. Machen auch nur unter \nbestimmten Bedingungen. Heute ist es nur noch einen Lacher wert. Kein \nWunder das die Deutschen aussterben.<\/p>\n\n\n\n<p>Wir Deutschen lieben es, \nwenn die Lacher feststehen. Wir lieben Standards. Beispiele: \u201eHerr Ober,\n da ist ein Holl\u00e4nder in meiner Suppe.\u201c \u201eJa hat er denn einen \nWohnwagen?\u201c Ergibt keinen Sinn, aber man erkennt den Witz wieder. \nHoll\u00e4nder geh\u00f6ren in den Wohnwagen, Ostfriesen bl\u00f6d, Schotten geizig. \nDie Fliege geh\u00f6rt in die Suppe. Spinnen sind unerw\u00fcnscht. Wir brauchen \netwas, woran wir uns festhalten k\u00f6nnen. Zum Beispiel 15 Jahre Helmut \nKohl. Da h\u00e4tten wir auch Bush w\u00e4hlen k\u00f6nnen.<\/p>\n\n\n\n<p>Die deutsche Wirkung\n nach au\u00dfen ist von Humor gepr\u00e4gt. Kein anderes Volk versteht unter \nWirtschaftshilfe, Otto-Kataloge \u00fcber der Sahelzone abzuwerfen. Und dann \nwundern wir uns, dass keiner den Toaster bestellt. \u00dcber Deutschland \nlacht die Sonne, \u00fcber die deutsche Einheit die ganze Welt.<\/p>\n\n\n\n<p>Zum \nAbschluss dann noch ein deutscher Witz: Wie lautet das Fachwort f\u00fcr \nVerbrechen beim Sex? Vereinigungskriminalit\u00e4t. Hauser, \u00fcbernehmen Sie. \nIch \u00fcbergebe mich.<\/p>\n\n\n\n<p><em>Anmerkung: Einige Witze stammen von der Seite http:\/\/home.arcor.de\/culturalmarkers\/humour.html<\/em><\/p>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>Der Humor unterscheidet sich in den verschiedenen L\u00e4ndern unserer Welt betr\u00e4chtlich. Der Engl\u00e4nder pflegt den trockenen, t\u00f6dlichen Humor. Witzig ist, wenn man keine Emotionen zeigt, wenn es um den Tod geht und wenn Wortspiele dabei sind. Die englische Sprache kann auf 200 Worte reduziert werden, die allerdings 1000000 verschiedene Bedeutungen haben. 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