{"id":311,"date":"2007-09-26T07:36:11","date_gmt":"2007-09-26T07:36:11","guid":{"rendered":"https:\/\/www.palandun.de\/?p=311"},"modified":"2020-02-29T07:36:40","modified_gmt":"2020-02-29T07:36:40","slug":"es-stand-in-der-zeitung","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/www.palandun.de\/index.php\/2007\/09\/26\/es-stand-in-der-zeitung\/","title":{"rendered":"Es stand in der Zeitung"},"content":{"rendered":"\n<p>\nEs crasht mal wieder. Die Lokf\u00fchrer wollen streiken. Bahnchef Mehdorn \nbef\u00fcrchtet Millionenverluste. Millionen von Zugfahrern bef\u00fcrchten, zu \nsp\u00e4t zur Arbeit zu kommen. Sogar Gewerkschaftler von Transnet&nbsp; und GdbA \nfordern die GdL auf, den tarifpolitischen Crashkurs zu beenden. Weil \ndiese Gewerkschaftler auf das falsche Pferd bzw. die falsche Bahn \ngesetzt und einen Abschluss gemacht haben. Die GdL ist \u00fcbrigens die \nGewerkschaft der deutschen Lokf\u00fchrer und nicht die Gesellschaft \ndeutscher Lebensmitteltechnol\u00fcgen. Das hat nix miteinander zu tun. Eher \npassen w\u00fcrde die Gefahrstoffdatenbank der L\u00e4nder, denn der Konflikt ist \ngef\u00e4hrlich. Streiks geh\u00f6ren zu den Gefahrstoffen. Und zwar f\u00fcr \nArbeitspl\u00e4tze. Sagt Mehdorn, und der muss es wissen. Er ist einer der \nwenigen, der die K\u00fcrzungen der letzten Jahre bei der Bahn nicht nur \n\u00fcberstanden hat, sondern auch mehr Geld verdient hat.<\/p>\n\n\n\n<p>Passend zu \ndem Jobabbauszenario will die Bahn jetzt mehr als 1000 Lokf\u00fchrer \neinstellen. Man richtet sich vor allen an Arbeitslose. Und da sind wir \nschon wieder beim Crashkurs, und dieser ist auch tarifpolitisch: In \neinem 6-9 monatigen Crashkurs werden die Neulokomitivovisten \nausgebildet. Crashkurs h\u00f6rt sich in diesem Zusammenhang recht gewagt an.\n Fragt sich nur, ob dieser in Eschede stattfinden soll.<\/p>\n\n\n\n<p>Die \nLokf\u00fchrer st\u00fctzen ihre Forderungen \u00fcbrigens darauf, dass Piloten auch \nviel Geld verdienen. Beide sind f\u00fcr das Leben von Hunderten \nverantwortlich. Sagt die GdL. Das ist auch mutig. Ich bin mal gespannt, \nwann die erste gegl\u00fcckte Landung eines ICE auf dem Rollfeld des \nFrankfurter Flughafens stattfinden wird. Hier m\u00fcsste Mehdorn doch \nbegeistert von der GdL sein, sieht es doch auch Flugzeuge und Bahn als \ndirekte Konkurrenten.<\/p>\n\n\n\n<p>Vielleicht k\u00f6nnte die Lufthansa auch die \nPilotengeh\u00e4lter k\u00fcrzen, wenn sie endlich Weichen und Signale in die Luft\n stellen. Oder andere Frage: wann verdienen endlich Busfahrer soviel wie\n Piloten? Oder Taxifahrer?<\/p>\n\n\n\n<p>Bleiben wir aber in der Luft: Bei \neinem Terrorangriff w\u00fcrde Verteidigungsminister Franz Josef Jung ein \nentf\u00fchrtes Passagierflugzeug abschie\u00dfen lassen. Das ist \u00fcbrigens einer \nder wenigen Verteidigungsminister in letzter Zeit, der selbst seinen \nWehrdienst abgeleistet hat. Den Schuss hat er aber dennoch nicht geh\u00f6rt.\n Jetzt will er endlich die Flieger auch innerhalb des Landes schie\u00dfen \nlassen, die wollen aber nicht. Das Problem der Bundeswehr ist n\u00e4mlich: \ndie Piloten sind weder doof noch kaltbl\u00fctige Killer. Da habe ich einen \nTipp f\u00fcr den Herrn Jung: einfach mal die Piloten 2 Jahre lang t\u00e4glich 3 \nStunden Killerspiele am Computer spielen lassen. Nach den Lehren von \nHerrn Beckstein sind sie dann die kaltbl\u00fctigen M\u00f6rder, die wir an der \nPosition brauchen. Dann haben auch endlich Globalisierungsgegner wieder \nAngst, wenn die Tornados \u00fcber sie preschen.<\/p>\n\n\n\n<p>Die Gr\u00fcnen sagen \u00fcbrigens: \u201eJa, wir sind f\u00fcr das Abschie\u00dfen von Flugzeugen.\u201c Einzige Bedingung: der Jung muss drinsitzen.<\/p>\n\n\n\n<p>Seit\n dem 11. September hat Terrorismus eine ganz neue Bedeutung. Seit dem \n11. September wissen wir, dass man als Regierung sich nicht mit \nfinanzstarken Feinden einlassen soll. Allende hat das zu sp\u00e4t begriffen \nam 11. September 1973.<\/p>\n\n\n\n<p>Gut, das war Bl\u00f6dsinn. Die Unterst\u00fctzung \nbrutaler oppositioneller Kr\u00e4fte z\u00e4hlt genauso wie die Unterst\u00fctzung von \nGewaltregimen zu den legitimen Mitteln des modernen Staates. Gemeint ist\n nat\u00fcrlich der 11. September 2001. Aber f\u00fcr die Opfer d\u00fcrfte der \nUnterschied jetzt auch nicht so gro\u00df sein.<\/p>\n\n\n\n<p>Kommen wir nun zu \neinem anderen, der den Schuss nicht geh\u00f6rt hat: der Herr Sch\u00e4uble geh\u00f6rt\n meiner Ansicht nach zu den ernsten Anw\u00e4rtern auf den Orden wider den \ntierischen Ernst. Oder \u00fcberhaupt wider jeglichen Ernstes.<\/p>\n\n\n\n<p>2.9. Sch\u00e4uble m\u00f6chte das Mindestalter f\u00fcr Waffenerwerb von 21 Jahren auf 18 Jahre runtersenken.<br>3.9. Nee, jetzt doch nicht.<br>4.9. Sch\u00e4uble will zu \u00e4hnliche Nachahmungen von Waffen verbieten lassen.<\/p>\n\n\n\n<p>Zusammengefasst:\n der Erwerb von t\u00f6dlichen Waffen wird vereinfacht, harmlose Nachahmungen\n werden aber verboten. Das klingt jetzt komisch, ist es aber gar nicht. \nErstens sind Waffen viel teurer als ihre Nachahmungen, dadurch gibt es \nmehr Umsatz und der Finanzminister freut sich. Zweitens ist doch nicht \npeinlicher, als wenn man von dem gro\u00dfartigen Bank\u00fcberfall berichtet, den\n man erlebt hat, und in den Nachrichten heisst es dann, dass die Waffen \ngar nicht echt waren.<\/p>\n\n\n\n<p>Immer, wenn Sch\u00e4uble an die \u00d6ffentlichkeit \ntritt, entsteht \u00fcbrigens eine gewisse Panik. Die ist gar nicht n\u00f6tig. \nGanz ehrlich: die Politiker beschlie\u00dfen Gesetze. Und nur noch Politiker \nund andere Fantasten glauben, dass das deutsche Recht dann in der \nRealit\u00e4t irgendwie umgesetzt werden k\u00f6nnte.<\/p>\n\n\n\n<p>Ich glaube, den \nSch\u00e4uble hat die Merkel nur in das Kabinett geholt, um von sich \nabzulenken. Wenn ihr mal nichts gelingt, dann kommt die Chefanweisung: \n\u201eWolfgang, mach mal was.\u201c Und dann macht der Wolfgang was. Die \nBev\u00f6lkerung fasst sich an den Kopf, wundert sich und h\u00e4lt die \nMecklenburger Vorpommeranze f\u00fcr den einzigen vern\u00fcnftigen m\u00e4nnlichen \nPolitiker. Die FDP hatte f\u00fcr so was immer einen M\u00f6llemann. Der Sch\u00e4uble \nist der M\u00f6llemann der Regierung. Und deswegen hat der soviel Schiss vor \nFlugzeugen und l\u00e4sst den Jung dieselbigen abschie\u00dfen.<\/p>\n\n\n\n<p>Und noch \nein Schuss: \u201eDort, wo die Kultur von der Gottesverehrung abgekoppelt \nwird, erstarrt der Kultus im Ritualismus und die Kultur entartet. Sie \nverliert ihre Mitte.&#8220; Grosses Entsetzen. \u201eEntartet\u201c hat er gesagt. Nee, \ndas ist ja schrecklich. \u201eEntartet.\u201c Das haben auch mal die Nazis gesagt.\n Meisner sei &#8222;ein notorischer geistiger Brandstifter, der versucht, die \nGrenzen des Erlaubten nicht nur auszutesten, sondern der sie vors\u00e4tzlich\n \u00fcberschreitet&#8220;, sagte Stephan Kramer, Generalsekret\u00e4r des Zentralrats \nder Juden. &#8222;Wenn das Schule macht, darf sich keiner wundern, wenn der \nbraune Ungeist in Deutschland weiter salonf\u00e4hig wird.&#8220; Das h\u00e4tte Harald \nSchmidt auch nicht sch\u00f6ner sagen k\u00f6nnen. Es werden jetzt 1000 Nazis mit \nMeisner-Plakaten herumlaufen. Mein Gott, Stephan! Dem alten h\u00f6rt doch eh\n keiner zu bis auf das Sommerloch. Und garantiert kein Neonazi. Die \nhaben besseres zu tun. Die haben nix mit Altenpflege am Hut. Und \nverstanden hat von denen doch keiner, was Meisner gesagt hat. Seine \nS\u00e4tze hat er doch selbst wahrscheinlich nicht verstanden. Noch mal: \n\u201eDort, wo die Kultur von der Gottesverehrung abgekoppelt wird, erstarrt \nder Kultus im Ritualismus und die Kultur entartet. Sie verliert ihre \nMitte.&#8220; Das hei\u00dft \u00fcbersetzt: wenn die Spieler von Bayern M\u00fcnchen nicht \nmehr an Gott glauben, verlieren sie die Spiele. Deswegen haben sie ja \njetzt den Luca Toni gekauft, der hat sein p\u00e4pstliches Siegel.<\/p>\n\n\n\n<p>Vielleicht\n hat er sich aber auch nur verfahren. Zwei Italienischen Hackern gelang \nes jetzt, mittels gef\u00e4lschter TMC-Meldungen ein Auto-Navigationssystem \nvollkommen von Kurs abzubringen. Mit dem Verfahren k\u00f6nnte ein \ngeschickter Manipulator einen Fu\u00dfballspieler, der aus Florenz in \nRichtung Heimat Modena f\u00e4hrt, auch nach M\u00fcnchen locken. Jetzt wissen wir\n auch, warum der Luca Toni in Bayern ist. Ein Fahrfehler. Der kann \nLokf\u00fchrern \u00fcbrigens nicht passieren, die sind unabh\u00e4ngig vom \nVerkehrsfunk.<\/p>\n\n\n\n<p>Und noch die sch\u00f6nste Meldung zum Schluss: \u201eMerkel \nempf\u00e4ngt den Dalai Lama.\u201c Eigentlich dachte ich immer, man muss \nBuddhistin sein, um den empfangen zu k\u00f6nnen. Aber tats\u00e4chlich sagt \nWikipedia: das ist egal. Hauptsache, die Chinesen \u00e4rgern sich. Das \nErgebnis sehen wir dann in 9 Monaten. Und dann sind auch die Lokf\u00fchrer \nfertig mit ihrem Crashkurs.\n                \t\t\t\t\t              \n\n<\/p>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>Es crasht mal wieder. Die Lokf\u00fchrer wollen streiken. Bahnchef Mehdorn bef\u00fcrchtet Millionenverluste. Millionen von Zugfahrern bef\u00fcrchten, zu sp\u00e4t zur Arbeit zu kommen. Sogar Gewerkschaftler von Transnet&nbsp; und GdbA fordern die GdL auf, den tarifpolitischen Crashkurs zu beenden. 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