{"id":327,"date":"2008-03-26T07:42:00","date_gmt":"2008-03-26T07:42:00","guid":{"rendered":"https:\/\/www.palandun.de\/?p=327"},"modified":"2020-02-29T07:43:20","modified_gmt":"2020-02-29T07:43:20","slug":"verhaftung-in-moerfelden","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/www.palandun.de\/index.php\/2008\/03\/26\/verhaftung-in-moerfelden\/","title":{"rendered":"Verhaftung in M\u00f6rfelden"},"content":{"rendered":"\n<p>Ich lese mal zu Anfang einen Artikel aus unserer Dorfzeitung vor:<\/p>\n\n\n\n<figure class=\"wp-block-image\"><a href=\"http:\/\/www.palandun.de\/kreativ\/uploads\/polizei.jpg\"><img decoding=\"async\" src=\"http:\/\/www.palandun.de\/kreativ\/uploads\/polizei.serendipityThumb.jpg\" alt=\"\"\/><\/a><\/figure>\n\n\n\n<p>Ich habe mir sofort gedacht: das ist doch mal Stoff. Da muss man mal draus machen. Da machen andere einen Roman draus.<\/p>\n\n\n\n<p>Ich\n habe mich sofort an die Tastatur gesetzt und bin auch prompt &#8230; darauf\n eingeschlafen. Andere machen aus einem Bierdeckel einen Roman, ich aus \neinem hervorragenden Stoff einen Mittagsschlaf.<\/p>\n\n\n\n<p>Im Traum ist mir \ndann die L\u00f6sung gekommen. Das ist nat\u00fcrlich Quatsch, h\u00f6rt sich aber gut \nan. Die L\u00f6sung ist: wenn mir schon keine Geschichte einf\u00e4llt, versuche \nich es mit mehreren.<br><\/p>\n\n\n\n<h2 class=\"wp-block-heading\">Verhaftung in M\u00f6rfelden \u2013 die Bruce Willis Version<\/h2>\n\n\n\n<p>\u201eWir wissen dass sie da drin sind.\u201c<\/p>\n\n\n\n<p>Der\n kahlk\u00f6pfige, gut gebaute Bulle &#8211; in mindestens mittleren Jahren &#8211; \nschaut mitleidig seinen jungen Kollegen an, dem Urheber dieses \nunsinnigen und langweiligen Satzes. Beide stehen mit dem R\u00fccken an die \nWand gepresst links und rechts von einer Wohnungst\u00fcr.<\/p>\n\n\n\n<p>\u201eDann \nm\u00fcssen wir wohl Verst\u00e4rkung holen.\u201c Der J\u00fcngere holt sein Handy heraus, \nw\u00e4hrenddessen tritt der andere die T\u00fcr ein und st\u00fcrmt in den Raum.<\/p>\n\n\n\n<p>\u201eErgib dich Du &#8230;\u201c<\/p>\n\n\n\n<p>Im\n n\u00e4chsten Moment tritt er auf ein im Raum liegendes Skateboard. Mit \nSchwung taumelt er nach vorne, macht eine Rolle \u00fcber das Sofa und kommt \nelegant wieder zum Stehen.<\/p>\n\n\n\n<p>\u201eKann man Sie buchen mit der Nummer?\u201c sagt eine Stimme von der Seite.<\/p>\n\n\n\n<p>Der Polizist dreht sich und schie\u00dft. Einmal, zweimal, dreimal.<\/p>\n\n\n\n<p>Der\n Mann sackt in sich zusammen. Na ja, ein bisschen sackt er zusammen, \nimmerhin sitzt er schon, und zwar in einem Sessel. Er l\u00e4sst eine fast \naufgerauchte, aber noch glimmende Zigarette fallen. Der Bulle schie\u00dft \ndie Kippe aus.<\/p>\n\n\n\n<p>W\u00e4hrenddessen kommt der junge Kollege in den Raum.<\/p>\n\n\n\n<p>\u201eWas hast Du den getan?\u201c<\/p>\n\n\n\n<p>\u201eIch habe ihn unsch\u00e4dlich gemacht.\u201c<\/p>\n\n\n\n<p>\u201eEr hatte aber noch nicht mal eine Waffe.\u201c<\/p>\n\n\n\n<p>Pause. Die n\u00e4chste Suspendierung ist sicher.<\/p>\n\n\n\n<p>\u201eWas hat er eigentlich getan?\u201c fragt dann der Alte.<\/p>\n\n\n\n<p>\u201eFalsch geparkt und nicht bezahlt, Bruce.\u201c<\/p>\n\n\n\n<p>\u201eDieses miese Schwein wird nie wieder falsch parken.\u201c<\/p>\n\n\n\n<p>Wenn\n ich ehrlich bin, kommt mir das dann doch etwas unglaubw\u00fcrdig vor. Auf \nder anderen Seite: wenn man alle Falschparker erschie\u00dfen w\u00fcrde, gebe es \nendlich genug Parkpl\u00e4tze.<br><\/p>\n\n\n\n<h2 class=\"wp-block-heading\">Verhaftung in M\u00f6rfelden \u2013 by Monty Python<\/h2>\n\n\n\n<p>\u201eWer\n sind Sie\u201c fragte der rauchende Mann in dem gem\u00fctlichen Lehnsessel. Na \nja, nicht so gem\u00fctlich, so ein bisschen \u00e4lter. Aber eigentlich ganz in \nOrdnung. Geht bei Ebay noch f\u00fcr 40 Euro \u00fcber den virtuellen Tisch. Wo \nwar ich stehen geblieben?<\/p>\n\n\n\n<p>\u201eWer sind Sie\u201c fragte der rauchende \nMann in dem gem\u00fctlichen Lehnsessel. Na ja, nicht so gem\u00fctlich, so ein \nbisschen \u00e4lter. Aber eigentlich ganz in Ordnung. Geht bei Ebay noch f\u00fcr \n40 Euro \u00fcber den virtuellen Tisch.<\/p>\n\n\n\n<p>\u201eWer sind Sie\u201c fragte der rauchende Mann in dem gem\u00fctlichen Lehnsessel. Na ja, nicht so gem\u00fctlich, so ein bisschen \u00e4lter.<br><br>\u201eIch bin Inspektor Tiger vom Yard.\u201c<\/p>\n\n\n\n<p>\u201eTiger?\u201c fragte der andere.<\/p>\n\n\n\n<p>\u201eWo?\u201c Panisch dreht sich der Inspektor um. Dann lacht er. \u201eAch ja, ich. Tiger.\u201c<\/p>\n\n\n\n<p>\u201eIch habe mir nichts vorzuwerfen.\u201c<\/p>\n\n\n\n<p>\u201eWir werden sehen.\u201c Sagt der Inspektor. Er holt&nbsp; ein weiches Kissen hinter dem R\u00fccken hervor. \u201eIch werde Sie zum reden bringen.\u201c<\/p>\n\n\n\n<p>\u201eNicht die weichen Kissen! Ich gestehe alles. Ich &#8230;\u201c<\/p>\n\n\n\n<p>\u201eWer sind Sie\u201c fragte der rauchende Mann in dem gem\u00fctlichen Lehnsessel. Na ja, nicht so gem\u00fctlich, so ein bisschen \u00e4lter.<\/p>\n\n\n\n<p>Stimme auf dem Off: \u201eFolge 101: Nicht gesehen werden.\u201c<\/p>\n\n\n\n<p>Ein\n Knall. Ein weiterer. Wo die beiden standen (bzw. sa\u00dfen), schweben zwei \nRauchw\u00f6lkchen. Stimme: \u201eBeide hatten nicht gelernt, wie man nicht \ngesehen wird.\u201c <\/p>\n\n\n\n<p>Ungef\u00e4hr in der gleichen Liga wie Monty Python \u2013 wenn auch etwas unabsichtlich \u2013 spielt auch Marlon Brando.<br><\/p>\n\n\n\n<h2 class=\"wp-block-heading\">Verhaftung in M\u00f6rfelden \u2013 der Pate von M\u00f6rfelden Version<\/h2>\n\n\n\n<p>\u201eSo\n fertig.\u201c Der Schlosser steckt sein Werkzeug, eine EC-Karte, wieder in \nseine Tasche. Die T\u00fcr ist offen. Die Polizisten lugen vorsichtig hinein.\n Langsam schleichen sie sich durch den Korridor. Im Halbdunkel sieht man\n einige Bilder, ansonsten ist der Gang leer.<\/p>\n\n\n\n<p>Vorsichtig postieren\n sie sich vor der n\u00e4chsten T\u00fcr. Der mutigste dr\u00fcckt die Klinke runter \nund st\u00f6\u00dft die T\u00fcr auf. Gleichzeitig springt er zur\u00fcck und l\u00e4sst sich \ndann fallen. Doch alle M\u00fche war unn\u00f6tig: niemand schie\u00dft. Vorsichtig \nwagt sich die Polizei in den Raum vor. Der Raum ist luxuri\u00f6s \nausgestattet \u2013 wenn man das beim schummrigen Licht beurteilen kann. \nGem\u00e4lde, dicker Teppich, ein gro\u00dfer Schreibtisch. Hinter dem \nSchreibtisch ein gewaltiger Sessel. In dem Sessel ein Mann. Er hat die \nlinke Hand in N\u00e4he seines Mundes, leichter Rauch steigt hervor. In \nseinem Schoss sitzt eine Katze.<\/p>\n\n\n\n<p>Der Kommissar wagt sich vor: \u201eHerr Pate, wir m\u00fcssen Sie leider verhaften.\u201c<\/p>\n\n\n\n<p>Stille. Der Mann r\u00fchrt sich nicht.<\/p>\n\n\n\n<p>\u201eEs geht um einige Kleinigkeiten \u2013 Raub, Mord, Erpressung \u2013 ich hoffe, sie nehmen uns das nicht krumm.\u201c<\/p>\n\n\n\n<p>Noch immer Stille.<\/p>\n\n\n\n<p>\u201eWir m\u00fcssen Ihnen Handschellen anlegen und Sie auf das Revier mitnehmen.\u201c<\/p>\n\n\n\n<p>Der junge Polizist tritt vor, die Handschellen bereit.<\/p>\n\n\n\n<p>Da, endlich, der Satz:<br>\u201cIch habe einen Angebot zu machen, das Sie nicht ablehnen k\u00f6nnen.\u201c<\/p>\n\n\n\n<p>\u201eWas w\u00e4re das?\u201c<\/p>\n\n\n\n<p>\u201eErst mal eine Zigarre.\u201c<\/p>\n\n\n\n<p>Die\n Polizisten genehmigen sich alle eine Zigarre, die ihnen der Pate \nanbietet. Alle sind sich einig: gute Marke. Nee, wirklich gut.<\/p>\n\n\n\n<p>Pl\u00f6tzlich\n kippen alle Polizisten um. Sie zucken noch kurz mit den Beinen&#8230; dann \nliegen sie still. Der Pate holt eine Schachtel raus und h\u00e4lt sie in die \nKamera: Marlboro &#8211;&nbsp; \u201eSind sie zu stark, bist du zu schwach.\u201c<\/p>\n\n\n\n<p>War \njetzt auch ein bisschen albern. Au\u00dferdem ist den aufmerksamen unter den \nZuh\u00f6rern vielleicht aufgefallen, dass die Werbung zweckentfremdet ist. \nAber \u201eGodfathers Friends \u2013 sind sie zu stark, bist du zu schwach\u201c klingt\n auch doof.<br><br>Verhaftung in M\u00f6rfelden &#8211; Leiche im Dessert Version<\/p>\n\n\n\n<p>Der Kommissar und sein Assistent bauen sich vor dem Mann in dem Sessel auf. Zwei weitere Polizisten halten sich im Hintergrund.<\/p>\n\n\n\n<p>\u201eHerr\n Gehrig, wir m\u00fcssen sie verhaften. Wir haben zweifelsfreie Beweise \ndaf\u00fcr, dass sie verantwortlich sind f\u00fcr unerlaubte Bespitzelungen in \nmindestens 100 F\u00e4llen.\u201c<\/p>\n\n\n\n<p>Der Aufsichtsratchef von LIDL antwortet:<\/p>\n\n\n\n<p>\u201eSie k\u00f6nnen mir nichts beweisen. Ich wusste von allen Vorg\u00e4ngen nichts.\u201c<\/p>\n\n\n\n<p>\u201eDas k\u00f6nnen Sie dem Staatsanwalt erz\u00e4hlen.\u201c<\/p>\n\n\n\n<p>\u201eHalt\u201c\n sagt der junge Polizist. Er n\u00e4hert sich dem Beschuldigten und geht ihm \nan den Hals. Ja wirklich: zur \u00dcberraschung aller steckt er seinen \nZeigefinger unter eine Halsfalte und zieht. Eine Maske l\u00f6st sich vom \nGesicht. Klaus Gehrig, Aufsichtsratchef von LIDL, ist in Wirklichkeit \u2013 \nWolfgang Sch\u00e4uble, Innenminister.<\/p>\n\n\n\n<p>Er wird zum Polizeiwagen \ngetragen. Dabei h\u00f6rt man ihn noch zettern: \u201eDamid werde sie nedd \ndurchkomme. Ich werd den BND auf sie ansedze. Sie heimd\u00fcggischr \nIslamisch, sie! Ihre Karriere isch z End, hajo, so isch des.\u201c<\/p>\n\n\n\n<p>Der\n Kommissar fragt seinen Assistenten: \u201eWie in aller Welt haben Sie das \nherausgefunden?\u201c Der Assistent deutet auf den Boden. Dort sieht man die \nRollstuhlspuren.\n                \t\t\t\t\t              \n\n<\/p>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>Ich lese mal zu Anfang einen Artikel aus unserer Dorfzeitung vor: Ich habe mir sofort gedacht: das ist doch mal Stoff. Da muss man mal draus machen. Da machen andere einen Roman draus. Ich habe mich sofort an die Tastatur gesetzt und bin auch prompt &#8230; darauf eingeschlafen. 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