{"id":343,"date":"2009-01-10T07:53:00","date_gmt":"2009-01-10T07:53:00","guid":{"rendered":"https:\/\/www.palandun.de\/?p=343"},"modified":"2020-02-29T07:54:08","modified_gmt":"2020-02-29T07:54:08","slug":"und-ewig-gruesst-das-murmeltier","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/www.palandun.de\/index.php\/2009\/01\/10\/und-ewig-gruesst-das-murmeltier\/","title":{"rendered":"Und ewig gr\u00fc\u00dft das Murmeltier"},"content":{"rendered":"\n<p>\nWahlen? Waren die nicht schon letztes Jahr?<\/p>\n\n\n\n<p>Schon wieder Wahlen \nin Hessen. Ich bin nicht gegen Wahlen. Ich halte Wahlen f\u00fcr gut. \nBeispiel USA. Nicht auszuhalten w\u00e4re, wenn ein Bush ohne Wahlen ein \nLeben lang regieren k\u00f6nnte. Ich bin total begeistert von Obama. Ich trau\n dem alles zu. Ich glaube, der kann sogar Bretzel essen, ohne dran zu \nersticken.<\/p>\n\n\n\n<p>Ich kann mir sogar vorstellen, dass der wei\u00df, wo die \nL\u00e4nder liegen, die er gerade bombardieren l\u00e4sst. Damit ist ja eh jetzt \nSchluss? Ich wei\u00df nicht. Man muss daran denken, dass er zwar intelligent\n ist, aber Amerikanischer Pr\u00e4sident.<\/p>\n\n\n\n<p>Aber jetzt zu den Wahlen in \nHessen: das deprimiert mich. Vor einem Jahr habe ich meine Stimme in die\n Urne gepfeffert, dass es nur so rauchte. Das haben mehrere gemacht, und\n in dem Rauch hat dann auch kein Politiker mehr die \u00dcbersicht behalten. \nArme Ypsilanti. Also jetzt noch mal, und jetzt erst recht. Koch gegen \nSch\u00e4fer-G\u00fcmpel. Ein Duell der Gr\u00f6\u00dften wie&#8230; da f\u00e4llt mir jetzt \nh\u00f6chstens das Dschungel-Camp ein<br>.<br>Bei Sch\u00e4fer-G\u00fcmbel denke ich \nspontan an so ein kleines Tierchen, das aus dem Flachwasser \nherauswatschelt, so ein nettes kleines frosch\u00e4hnliches Wesen. Vielleicht\n sogar essbar. Damit besser als Koch, der ist unverdaulich.<br>Ich k\u00f6nnte mir sogar eine Sendung von&nbsp; Jamie Oliver zu dem Thema vorstellen.<br>&#8222;Heute zeigen ich Ihnen, wie man einen Sch\u00e4fer-G\u00fcmbel zubereitet.<br>Den\n Sch\u00e4fer-G\u00fcmbel muss man sofort nach dem Kauf ins eiskalte Wasser \nwerfen. Dort l\u00e4sst man ihn ein paar Monate g\u00fcmpeln. D\u00fcmpeln. Dann wird \ner kurz aufgekocht. Und nach der Wahl nehmen wir ihn dann gemeinsam \nauseinander.<br>Das ist eine Rezeptidee von &#8230; Moment&#8230; der Hausfrau Y. aus Frankfurt.<\/p>\n\n\n\n<p>Ich\n ergehe mich da an Albernheiten, weil ich den Mann nicht angreifen kann.\n F\u00fcr Satiren fassbar sind Leute mit Profil, Botschaft, Wahlprogramm etc.\n Damit h\u00e4lt sich die SPD gar nicht mehr auf.<\/p>\n\n\n\n<p>Ich h\u00e4tte damit \ngerechnet, dass die SPD in Hessen gar nicht erst antritt. Bevor sie die \nhessische Demokratie retten &#8211; in 4 Jahren vielleicht -, m\u00f6chten sie erst\n mal die Demokratie in der eigenen Partei wiederfinden. Andrea Ypsilanti\n und ihre SPD offenbarten intern das Demokratieverst\u00e4ndnis einer \nLeberwurst. Sogar einer Beleidigten. Das ist tats\u00e4chlich noch schlimmer \nals Roland Koch. Und das soll was hei\u00dfen. Koch muss weg: warum? Na gut, \nich wei\u00df warum. Aber wenn die Alternative noch schrecklicher als das \nOriginal&#8230;<\/p>\n\n\n\n<p>Dabei sind die M\u00f6glichkeiten f\u00fcr die SPD in Hessen \neigentlich riesig, wenn man die CDU so ansieht. Der Fisch stinkt ja vom \nKoch her. Vom Kopf her. Wenn man den Roland Koch so sieht&#8230; Wobei den \nsieht man ja gar nicht mehr so. Ich habe da Wahlplakate gesehen, auf dem\n ich ihn nicht wiedererkannt habe. Moment: es sind aber keine \nWahlplakate. Die Parteien waren sich einig: in der Weihnachtszeit keine \nWahlplakate. Die Menschen nicht in der besinnlichen Stimmung treffen. \nBesonders in der besinnlichen Stimmung vor der Rezession. Ich hoffte ja \nauf den Aufschrei der Bev\u00f6lkerung: hey, wir sind das ganze Jahr \u00fcber \nbesinnlich, ihr braucht gar keine Plakate mehr aufstellen. <\/p>\n\n\n\n<p>Stattdessen\n grinst mich ein Fast-Koch in der Frankfurter Innenstadt an. Ein \nFast-Koch weil ich den nur wegen dem gro\u00dfen &#8222;CDU&#8220; wiedererkannt habe. \nDen haben die so retuschiert, dass ihn die eigenen Leute&nbsp; nicht \nwiedererkannt h\u00e4tten. Aber es war auch keine Wahlwerbung. Es waren nur \nWeihnachtsgr\u00fc\u00dfe. In 1 Meter Gr\u00f6\u00dfe. Wie soll ich denn besinnlich werden, \nwenn mir der Koch in 1 Meter Gr\u00f6\u00dfe entgegengrinst?<\/p>\n\n\n\n<p>Es sind aber \nauch keine Wahlen. In Deutschland haben wir seit Jahren keine Wahlen \nmehr gehabt. Wir haben nur noch Abwahlen. Ich erinnere mal an die \nbekanntesten Wahlslogans der letzten Jahre:<br>Der Dicke muss weg.<br>Schr\u00f6der muss weg<br>Koch muss weg<br>Oder\n so \u00e4hnlich. Darauf lief es auf jeden Fall hinaus. Da muss immer einer \nweg. Egal was danach kommt. Das kommt ja auch irgendwann weg. <\/p>\n\n\n\n<p>In Deutschlands Familien sieht es genauso aus, wenn man die steigenden Scheidungszahlen ansieht: Der Papa muss weg!<\/p>\n\n\n\n<p>Der\n Koch hatte ja letztes Mal auch so einen Slogan: die U-Bahn-Schl\u00e4ger \nm\u00fcssen weg. Dieses Mal l\u00e4sst er so was glaube ich. Der sagt bis zur Wahl\n gar nichts mehr. Der wartet nur noch ab, wie die SPD sich selbst \nzerlegt.<\/p>\n\n\n\n<p>Eine gewisse Wahlm\u00fcdigkeit macht sich breit. Die meisten\n wissen gar nicht mehr, was sie gew\u00e4hlt haben. Eine Gro\u00dfzahl der \nBefragten einer von zahlreichen Befragungen, Prognosen und Wahrsagereien\n waren sich sicher: nee, den K\u00f6hler habe ich nicht zum Bundespr\u00e4sidenten\n gew\u00e4hlt. Wenn man die Zahl derer nimmt, die ihn gew\u00e4hlt haben, dann \nmuss die Umfrage direkt vor dem Berliner Reichstag gef\u00fchrt worden sein.<\/p>\n\n\n\n<p>Der\n Bundespr\u00e4sident ist das Staatsoberhaupt. Und da man den einfachen \nB\u00fcrgern des Staates nicht traut, d\u00fcrfen ihn uneinfache w\u00e4hlen. Das sind \neinerseits ganz viele Politiker, andererseits noch ein paar \nherausragende Pers\u00f6nlichkeiten wie Michael Stich, Jens Wei\u00dfflog, Rosi \nMittermaier-Neureuther und Karl-Heinz Rummenigge, anders gesagt: \nSportler. Moment, da habe ich glatt die Gloria F\u00fcrstin von Thurn und \nTaxis \u00fcbersehen, die letztes Mal f\u00fcr die CSU w\u00e4hlen durfte. \nWahrscheinlich ein Ausrutscher, die Anti-Gesine Schwan-Fraktion wollte \nauch mal eine Frau mit Vogelnest auf dem Kopf auf ihrer Seite haben.<\/p>\n\n\n\n<p>Politik\n ist wie Profiboxen. Mal zu Erkl\u00e4rung: bei den meisten Sportarten ist \ndas so, dass die besten gegeneinander antreten. Zum Beispiel auf \nTurnieren, wo dann im K.o-System oder Jeder-gegen-Jeden oder einer \nMischung daraus dann einer herauskommt, der der beste war. \nBeispielsweise Spanien im Fu\u00dfball oder D\u00e4nemark im Handball.<\/p>\n\n\n\n<p>Im \nProfiboxen k\u00e4mpft stattdessen immer nur der Titelverteidiger gegen einen\n Herausforderer. Der muss gar nicht der beste Nicht-Titeltr\u00e4ger sein, \nHauptsache die Kasse stimmt.<\/p>\n\n\n\n<p>Ich habe den Verdacht, in der \nPolitik sieht es genauso aus. Die Promoter &#8211; also die Chefs der gro\u00dfen \nParteien &#8211; sprechen sich vorher ab: was gibt am meisten Aufmerksamkeit. \nDenn darum geht es ja: nur durch die Wahlwerbung merken die Deutschen, \ndass die Politiker existieren. Programme sind jetzt auch nicht so \nunterschiedlich.<\/p>\n\n\n\n<p>Beliebt bei den Profiboxern sind R\u00fcckk\u00e4mpfe. Da \nbraucht man sich nix neues ausdenken, da l\u00e4sst man einfach noch mal die \ngleichen aufeinandertreffen. Selbst das wird \u00fcbernommen. Der Kampf des \nJahrhunderts: K\u00f6hler gegen Schwan geht in die zweite Runde. In der CSU \nhofft man sogar auf eine Niederlage von K\u00f6hler. Dann kann man 2014 das \nganze noch mal machen.<\/p>\n\n\n\n<p>Ich wei\u00df nicht, ob jemand mitgekriegt hat,\n dass es noch einen dritten Kandidaten gibt: den der Linken. Das ist \ndiese Partei, von der noch keiner das Programm herausgefunden hat, au\u00dfer\n das sie dagegen sind und dass sie mehr Geld f\u00fcr das und dies und \n\u00fcberhaupt ausgeben wollen. Der Herr Sodann ist mega-qualifiziert, er war\n immerhin Tatort-Kommissar. Ich m\u00f6chte aber eine Lanze f\u00fcr ihn brechen. \nDer Herr Sodann hat gesagt, dass er am liebsten den Herrn Ackermann \nverhaften lassen will. Gut, daf\u00fcr hat der Bundespr\u00e4sident gar keine \nRechte. Aber: allein die Vorstellung zaubert doch ein L\u00e4cheln auf das \nGesicht eines jeden B\u00fcrgers&#8230;<\/p>\n\n\n\n<p>Was Angst macht ist eher die \nVorstellung, dass der Ackermann irgendwann wieder rauskommt. Und damit \nkomme ich noch zur BILD-Schlagzeile der letzten Woche:<br>&#8222;Terrorist Klar frei. Morgen k\u00f6nnte er ihr Nachbar sein!&#8220;<\/p>\n\n\n\n<p>Was\n mir dabei auffiel: der BILD-Chefredakteur Diekmann ist noch immer frei.\n Und der Ackermann auch. Aber: die k\u00f6nnten nicht meine Nachbarn sein, \ndie wohnen in irgendwelchen Villen. Insofern w\u00e4re unser ganzes \nJustiz-System mal unter die Lupe zu nehmen: vielleicht sollten wir dem \nChristian Klar einfach einen Super-Job besorgen, dann m\u00fcssten wir uns \nnicht mehr vor ihm f\u00fcrchten. Dann wird der nicht unser Nachbar.<br><\/p>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>Wahlen? Waren die nicht schon letztes Jahr? Schon wieder Wahlen in Hessen. Ich bin nicht gegen Wahlen. Ich halte Wahlen f\u00fcr gut. Beispiel USA. Nicht auszuhalten w\u00e4re, wenn ein Bush ohne Wahlen ein Leben lang regieren k\u00f6nnte. Ich bin total begeistert von Obama. Ich trau dem alles zu. 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