{"id":345,"date":"2009-01-06T07:54:10","date_gmt":"2009-01-06T07:54:10","guid":{"rendered":"https:\/\/www.palandun.de\/?p=345"},"modified":"2020-02-29T07:54:46","modified_gmt":"2020-02-29T07:54:46","slug":"zukunftsaussichten","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/www.palandun.de\/index.php\/2009\/01\/06\/zukunftsaussichten\/","title":{"rendered":"Zukunftsaussichten"},"content":{"rendered":"\n<p>\n\u201eFrau Meier, Herr Meier, leider habe ich schlechte Nachrichten f\u00fcr Sie. Wir m\u00fcssen das Kind t\u00f6ten.\u201c<\/p>\n\n\n\n<p>Stille. Wie erwartet.<\/p>\n\n\n\n<p>\u201eIch m\u00f6chte Ihnen das begr\u00fcnden.\u201c<\/p>\n\n\n\n<p>\u201eWie\n sie wissen, m\u00fcssen wir bei der Auswahl der lebenswerten Kinder die \nHintergr\u00fcnde genau evaluieren. Wir haben neben ihren Angaben auch ihre \nAkten, ihre Arbeitspl\u00e4tze und \u2013aussichten sowie ihr Umfeld betrachtet. \nUnter Ber\u00fccksichtigung aller Fakten sieht das Ergebnis wie folgt aus: \nDas Kind wird aufgrund sozialer M\u00e4ngel und fehlender Reife der Eltern \u2013 \nes ist ja ihr erstes Kind \u2013 mit einer Wahrscheinlichkeit von 99% eine \nf\u00f6rderungsbed\u00fcrftige Schw\u00e4che schon in den folgenden drei Jahren \nentwickeln. Ein ordnungsgem\u00e4\u00dfer Schulbeginn mit 4 Jahren kann \ninfolgedessen nicht garantiert werden.<\/p>\n\n\n\n<p>Schon alleine hier m\u00f6chte \nich sie darauf aufmerksam machen, dass der Bundestag kurz vor der \nVerabschiedung eines Gesetzes dar\u00fcber steht, dass die durch eine \nversp\u00e4tete Einschulung entstehenden Volkswirtschaftlichen Kosten \ndemn\u00e4chst von den Eltern aufzubringen sind. Denken Sie da auch mal an \nIhren Geldbeutel. Diese Schulden k\u00f6nnen Sie sich gar nicht leisten. Sie \nw\u00e4ren gezwungen, sich noch einen weiteren Arbeitsplatz zu besorgen und \nw\u00e4ren noch schlechter in der Lage, dass Kind zu einem wertvollen \nMitmenschen und Arbeitnehmer zu erziehen.<\/p>\n\n\n\n<p>Wollen wir in die \nweitere Zukunft blicken. Die Schw\u00e4chen werden sich in der Schulzeit \nfortsetzen. Da ich f\u00fcr Sie keine M\u00f6glichkeit sehe, ad\u00e4quaten \nNachhilfeunterricht zu bezahlen, werden mit fast 100% Sicherheit \nentstehende Lernm\u00e4ngel in den Bereichen Mathematik, Deutsch und \nBetriebswirtschaft nicht kompensiert werden k\u00f6nnen. Infolgedessen kann \nihr, \u00e4hm &#8230;\u201c<\/p>\n\n\n\n<p>Bl\u00e4ttergeraschel.<\/p>\n\n\n\n<p>\u201e&#8230; ja, ihr Sohn \nh\u00f6chstens die Hauptschule besuchen. Durch das vor 3 Jahren von den \nSozialdemokraten eingebrachte Chancengleichheitsgesetz zur schulischen \nMindestausbildung ist es ihrem Sohn gl\u00fccklicherweise erlaubt, leichte, \nkindgerechte Arbeiten am Nachmittag auszuf\u00fchren, mit dem er sich selbst \ndas Geld f\u00fcr die vorgeschriebene Mindestleister-Schul-Verbesserung \nverdienen kann. Dadurch wird er immerhin mit 54% Wahrscheinlichkeit die \nMindestanforderungen zum Abschluss der Schule erreichen, jedoch d\u00fcrfte \nmit diesem Ergebnis und nat\u00fcrlich den daraus erfolgenden \nZukunftsprognosen keine Arbeitsstelle in Aussicht stehen.<\/p>\n\n\n\n<p>Noch \ngravierender ist, dass in der Schulzeit eine 83% Neigung zu Straftaten \ndurchschlagen wird. Im weniger schlimmen Fall handelt es sich um \nVerhaltensverbrechen wie das \u201eSitzen von Jugendlichen in S-Bahnen und \nBussen\u201c, die sich allerdings wiederum nachteilig auf den famili\u00e4ren \nKontostand auswirken werden. Bei einer \u2013 durch die Exzesse ihres Kind \nbedingten \u2013 famili\u00e4ren Minderern\u00e4hrung jedoch werden Vergehen im Bereich\n der Mundraub-Problematik sehr wahrscheinlich. Es ist auch nicht \nauszuschlie\u00dfen, dass das Kind in die schweren Bereiche \u2013 Randale, \nAufr\u00fchrertum, Diebstahl und Rauchen \u2013 abgleitet.<\/p>\n\n\n\n<p>Wenn wir die \nverbrecherischen Ans\u00e4tze des Kindes und die mangelnde Ausbildung sowie \nweitere Defizite wie eine 10% Chance zur Verwahrlosung einmal \nzusammenz\u00e4hlen, so kommen wir zu einer 70% bis 77% Wahrscheinlichkeit, \ndass das Kind nach dem \u201eGesetz zum Schutz der deutschen \nLeistungsf\u00e4higkeit und der deutschen Zukunftsf\u00e4higkeit\u201c beim \n\u00dcberschreiten der Vollzeitarbeitszulassungsgrenze von 14 Jahren als \nnicht Volkskompatibel befunden wird. Neben den ganzen gesetzlichen \nKonsequenzen m\u00f6chte ich sie \u2013 das wird h\u00e4ufig vergessen \u2013 auch auf \nGef\u00fchlskomplikationen aufmerksam machen. Zu dem Zeitpunkt werden Sie \nsich so an das Kind gew\u00f6hnt haben, dass die Eliminierung einen Schock \noder zumindest einen psychisch instabilen Zustand ausl\u00f6sen kann. Dadurch\n drohen Einnahmeverluste oder sogar Arbeitsplatzverluste \u2013 was Sie sich \nmit dem durch das Kind eingefahrenen Kontonegativstand gar nicht leisten\n k\u00f6nnen. Das bedroht ihre eigene Existenz \u2013 und das meine ich im \nwahrsten Sinne des Wortes.<\/p>\n\n\n\n<p>Obwohl ich hier sehe, dass immerhin \neine 66% Chance f\u00fcr Herrn M\u00fcller, pardon Maier, und eine 60% Chance f\u00fcr \nFrau Maier besteht, dass das Verh\u00e4ltnis zum Kind zu dem Zeitpunkt &#8211; \nuntertrieben gesagt \u2013 abgek\u00fchlt sein wird.<\/p>\n\n\n\n<p>Frau Meyer, wollen Sie das wirklich?<\/p>\n\n\n\n<p>Ich\n m\u00f6chte eigentlich gar nicht mehr auf die weiteren Konsequenzen eingehen\n wie die 20% Wahrscheinlichkeit, dass er seinen noch nicht geborenen \naber f\u00fcr Sie zu 76% projizierten Bruder t\u00f6tet oder ihn zu Verbrechen \nverf\u00fchrt, bei denen sein Bruder statistisch gesehen zu 15% sogar \numkommt? Wollen Sie das wirklich? K\u00f6nnen Sie das verantworten?<\/p>\n\n\n\n<p>Ich\n wei\u00df es ist ein bisschen schwer f\u00fcr Sie, deswegen haben Sie auch drei \nTage Bedenkzeit und nat\u00fcrlich kriegen Sie die Ergebnisse auch an ihren \nHeimaccount gemailt. Mal ein Wort in eigener Sache: seien Sie froh, dass\n sie das Problem so schnell hinter sich lassen k\u00f6nnen.<\/p>\n\n\n\n<p>Ein lauter Aufschrei: \u201eABER ICH LIEBE MEIN KIND!!!\u201c<\/p>\n\n\n\n<p>\u201eOh. \u00c4h. Warum sagen Sie das nicht gleich? Einen Moment.\u201c<\/p>\n\n\n\n<p>Tippen. Warten. \u201eAha.\u201c<\/p>\n\n\n\n<p>\u201eFrau\n Mayer, Herr Mayer, dann sieht das vollkommen anders aus. Ihr Sohn wird \nmit 98% Wahrscheinlichkeit ein wertvolles Mitglied unserer Gesellschaft.\n Das System merkt ihn schon mal f\u00fcr ein Studium der \nBetriebswissenschaften an der Universit\u00e4t in Bonn vor. Ja, schon \ngeschehen. Da habe ich noch eine gute Nachricht: durch die g\u00fcnstige \nPrognose steht Ihnen auch eine Erh\u00f6hung des Kindergeldes um 50 Euro pro \nMonat zu. Mehrere potentielle Arbeitgeber haben sich auch schon \ngemeldet, damit k\u00f6nnen Sie locker mit einigen Zusatzeinnahmen rechnen, \nwenn Sie einen Vorvertrag unterschreiben. Nat\u00fcrlich muss ich warnen: \nsollte das Kind sp\u00e4ter nicht die Prognosen erf\u00fcllen, m\u00fcssen Sie dieses \nGeld nat\u00fcrlich zur\u00fcckzahlen.\u201c<\/p>\n\n\n\n<p>\u201eTja sehen Sie. Weil Sie den \nFragebogen hier auf Seite 12 nicht richtig ausgef\u00fcllt haben, haben Sie \ndas Leben ihres Kindes und \u2013 viel schlimmer &#8211; das Bruttosozialprodukt in\n Gefahr gebracht. Darauf steht im Normalfall eine Warngeld von \nmindestens 100 Euro, bei Ausf\u00fchrung der Liquidierung des Kindes h\u00e4tte \nSie das sogar richtig Geld gekostet, denn dann h\u00e4tten Sie auch die \nH\u00e4lfte der Kosten, die normalerweise der Staat \u00fcbernimmt, bezahlen \nm\u00fcssen. <\/p>\n\n\n\n<p>\u201eSo, ich danke Ihnen f\u00fcr ihr Gespr\u00e4ch und m\u00f6chte Sie \ndaran erinnern, dass n\u00e4chstes Jahr um die gleiche Zeit, also zum zweiten\n Geburtstag, die n\u00e4chste Untersuchung, ansteht. Wenn Sie noch fragen \nhaben: Bitte gerne.\u201c\n\n<\/p>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>\u201eFrau Meier, Herr Meier, leider habe ich schlechte Nachrichten f\u00fcr Sie. Wir m\u00fcssen das Kind t\u00f6ten.\u201c Stille. Wie erwartet. \u201eIch m\u00f6chte Ihnen das begr\u00fcnden.\u201c \u201eWie sie wissen, m\u00fcssen wir bei der Auswahl der lebenswerten Kinder die Hintergr\u00fcnde genau evaluieren. 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