{"id":347,"date":"2008-11-26T07:54:53","date_gmt":"2008-11-26T07:54:53","guid":{"rendered":"https:\/\/www.palandun.de\/?p=347"},"modified":"2020-02-29T07:55:29","modified_gmt":"2020-02-29T07:55:29","slug":"thuraus-jahresendabrechnung","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/www.palandun.de\/index.php\/2008\/11\/26\/thuraus-jahresendabrechnung\/","title":{"rendered":"Thuraus Jahresendabrechnung"},"content":{"rendered":"\n<p>\nEs kommt der Zeitpunkt, an dem die Jauchs und Elstners und Nuhrs &#8211; und \nwie sie alle hei\u00dfen &#8211; im Fernsehen ihre Menschen des Jahres vorstellen. \nMein Fazit ist einfacher, ich nehme nicht die Menschen, sondern die \nTiere, Pflanzen etc. des Jahres. Ja, die gibt es wirklich &#8211; verschiedene\n Vereine k\u00fcren ihre Favoriten. Wie das geschieht, bleibt mir ein R\u00e4tsel.\n Das geht schon bei der ersten los:<\/p>\n\n\n\n<p>Die Blume des Jahres ist die \nGemeine Wegwarte. Das ist eine Blume, die nur wenig Konkurrenz hat. Sie \nhat sich wahrscheinlich gegen Asphalt und Beton durchgesetzt, wird sich \naber in den n\u00e4chsten Jahren gegen die beiden nicht halten k\u00f6nnen. Ach \nso, ich h\u00f6re gerade: Wiederwahl gibt es nicht. \u00c4ltere Mitglieder unsere \nbesten m\u00f6glichen Gesellschaft kennen die Gemeine Wegwarte vielleicht \nnoch als Grundstoff f\u00fcr Muckefuck.<\/p>\n\n\n\n<p>Wenn schon die Gemeine \nWegwarte &#8211; gemein hei\u00dft Sie wahrscheinlich, weil sie nur mit Intrigen \ngewinnen konnte &#8211; Blume des Jahres ist, erwartet man als Vogel des \nJahres die noch gemeinere Bordsteinschwalbe. Es ist aber tats\u00e4chlich der\n Kuckuck. Es liegt allerdings ein Schatten \u00fcber seiner Wahl: man munkelt\n von Bestechungsgeldern durch die deutsche Uhrenindustrie. Gibt es \neigentlich auch internationale Wettbewerbe: meine Damen und Herren, \nheute sehen Sie bei Vogel des Jahres den Schweizer Kandidaten, den \nTurmfalken und den Kuckuck als die Quelle der Deutschen Hoffnungen. Der \nKuckuck konnte sich selbst entscheiden, ob er f\u00fcr Deutschland oder f\u00fcr \n\u00d6sterreich startet. Er verlie\u00df \u00d6sterreich, nachdem &#8211; nat\u00fcrlich nur \nseiner Meinung nach &#8211;&nbsp; sein dortiger Titel durch die Wahl der \n\u00f6sterreichischen Quellschnecke zum Weichtier des Jahres abgewertet \nwurde. Mal ganz ehrlich: welches normale Tier w\u00fcrde sich freiwillig bei \nder Siegerehrung neben die Quellschnecke stellen?<\/p>\n\n\n\n<p><em>Es geht um \nnormale Tiere. Politiker und \u00e4hnliche sind explizit ausgenommen: f\u00fcr ein\n gutes Foto in der Presse w\u00fcrden sich die meisten sogar beim H\u00e4ndedruck \nmit der Quellschnecke aufnehmen lassen. Obwohl diese Tiere glaube ich \ngar keine H\u00e4nde haben.<\/em><\/p>\n\n\n\n<p>Ups, da war ein Fehler: Die Wegwarte \nkommt erst noch, die muss noch warten. Sie ist erst Blume 2009. Warum \ndas 2008 beschlossen wird, ist mir auch ein R\u00e4tsel. Der eigentliche \nGewinner war: die nickende Diestel. Gelobt wird, wie diese Diestel \nwirklich bei allem Bl\u00f6dsinn nickt. Sie ist besonders beliebt auf den \nHinterb\u00e4nken des Parlaments. Die hessische SPD \u00fcberlegt, ob man nicht in\n vielen Wahlkreisen lieber diesen Vogel anstelle der potentiellen \nKoalitionsbremsen einsetzen k\u00f6nnte.<\/p>\n\n\n\n<p>Der Fisch des Jahres ist der \nBitterling. Eigentlich dachte ich ja, man k\u00f6nnte ihn mit dem Tier des \nJahres &#8211; dem Wisent &#8211; zu einem gemeinsamen Essen einladen, aber beide \nstehen auf der Roten Liste.<\/p>\n\n\n\n<p>Der Lurch der Jahres ist der \nLaubfrosch, das Insekt des Jahres das Krainer Widderchen und der \nSchmetterling der Argusbl\u00e4uling. Spinne des Jahres ist die &#8222;Gro\u00dfe \nWinkelspinne&#8220;, gesponsort von der deutschen geometrischen Gesellschaft, \nder Baum des Jahres ist die Wallnuss. Ich frage mich, wie das bestimmt \nwird: in der ersten Runde zieht man den B\u00e4umen Kleidung an, wartet auf \nRegen und beurteilt dann in einem Wet-T-Shirt-Contest, wer am besten \naussieht. Anf\u00e4nglich konnte die H\u00e4ngeweide punkten. In weiteren Runden \nwie Bikini und Abendgarderobe konnte sich die Wallnuss jedoch \nheranschieben. Im Stechen musste jeder Baum dann eine Frage zum \nWeltgeschehen beantworten. W\u00e4hrend die H\u00e4ngeweide sich bei der Frage \n&#8222;Welche M\u00f6glichkeiten sehen Sie pers\u00f6nlich f\u00fcr die Verringerung des \nTreibhauseffektes&#8220; einfach h\u00e4ngen lie\u00df, konnte die Wallnuss auf die \nFrage: &#8222;Welche gro\u00dfen Errungenschaften sehen Sie in der Kanzlerschaft \nvon Frau Merkel?&#8220; mit einfachem Schweigen s\u00e4mtliche Juroren \u00fcberzeugen.<\/p>\n\n\n\n<p>Die\n Orchidee des Jahres ist das zurecht \u00fcbersehene \u00dcbersehene Knabenkraut, \ndie Wasserpflanze ist der Gemeine Schwimmfarn und der Pilz des Jahres \nist &#8222;Ein Bit&#8220;. Kleiner Scherz, es ist der Bronzer\u00f6hrling. Flechte des \nJahres ist die Wolfsflechte, Moos des Jahres das &#8222;H\u00fcbsche Goldhaarmoos&#8220;.\n Die regionalen Streuobstsorten des Jahres sind die Wilde Eierbirne, der\n Ausbacher Rote, der Wohlschmecker aus Vierlanden und das Spanisch \nBraune. Ich glaube, das muss man nicht kommentieren, die Namen sprechen \nf\u00fcr sich. Beim Gem\u00fcse des Jahres konnte sich der Gartensalat halten und \n\u00fcberraschend nach 2007 wieder die Meisterschaft erringen. Mit Spannung \nerwartet man das Jahr 2009. Der Brokkoli hat sich angek\u00fcndigt, doch man \nwei\u00df: der Salat schie\u00dft.<\/p>\n\n\n\n<p>Die Heilpflanze des Jahres ist der \nLavendel, die Arzneipflanze ist die Rosskastanie. Achtung: Heil und \nArznei sind auch hier zwei unterschiedliche Gebiete und haben nichts \nmiteinander zu tun. Die Giftpflanze des Jahres ist die amerikanische \nVizepr\u00e4sidentenkandidatin Sarah Palin, dicht gefolgt von Andrea \nYpsilanti und der Herkulesstaude. Die \u00fcbrigens muss bei den Stauden der \nSonnenbraut den Vortritt lassen.<\/p>\n\n\n\n<p>Die Flusslandschaft des Jahres \nist die Nette &#8211; ja, da kann man nur sagen: nette Wahl. Und als \nLandschaft des Jahres hat sich zum zweiten Mal seit 2007 das Donaudelta \ngehalten, wahrscheinlich weil die Jury nicht wieder herausgefunden hat.<\/p>\n\n\n\n<p>Der\/Die\/Das Entrepreneur des Jahres 2008 &#8211; fragen Sie nicht, ich wei\u00df auch nicht, was das heisst &#8211; ist Michael Popp.<\/p>\n\n\n\n<p>Strategen\n des Jahres sind &#8211; von der Financial Times Deutschland vergeben &#8211; Erich \nSixt (von Sixt Autovermietung), Wolfgang Leese (Salzgitter AG) und Wulf \nBernotat (Eon). Dieser Preis wird \u00fcbrigens aufgrund nachpr\u00fcfbarer Fakten\n vergeben, im Gegensatz zu den anderen Auszeichnungen dieser Art. Es \ngeht dabei um langfristige Strategien. Zu den Strategen des Jahres 2006 \ngeh\u00f6ren \u00fcbrigens Manfred Wennemer, dessen Firma Continental an der B\u00f6rse\n doch nicht so strategisch war und deswegen vom Feind Schaeffler vor \nkurzen \u00fcberrannt und \u00fcbernommen wurde, und Klaus Zumwinkel, der \nmittlerweile nur noch aufgrund der Telekom-Bespitzelungsaff\u00e4re und \nseiner privaten Bankgesch\u00e4fte bekannt ist. Spitzname: &#8222;I.M. \nLiechtenstein&#8220;.<br><br>Kommunikator des Jahres ist nicht das Iphone, \nsondern Kardinal Lehmann. Obwohl die Telekom und LIDL bei der \nKommunikation den Vogel abschie\u00dfen (gl\u00fccklicherweise nicht den Kuckuck).\n Da d\u00fcrfen sogar Leute zuh\u00f6ren, die nie als Empf\u00e4nger eingeplant waren. \nMit Erfolg: Die meisten LIDL-Mitarbeiter gehen gar nicht mehr aufs Klo, \ndamit wird wertvolle Arbeitszeit gespart. Und die Telekommitarbeiter \nkurbeln die Konjunktur an, weil sie neben dem offiziellen Handy ihrer \nFirma privat noch eins von der Konkurrenz besorgen, man will ja auch mal\n ungest\u00f6rt telefonieren.<\/p>\n\n\n\n<p>Das Kinderspiel des Jahres hei\u00dft &#8222;Wer war&#8217;s?&#8220; und besch\u00e4ftigt sich noch mal mit allen Unschuldigen der CDU-Spendenaff\u00e4re.<\/p>\n\n\n\n<p>Die Braunerde ist Boden des Jahres, und wir alle wissen: auf brauner Erde gedeiht der Deutsche am Besten.<\/p>\n\n\n\n<p>Bleiben\n wir bei der Erde: das Fossil des Jahres ist nicht Johannes Heesters, \nsondern ein versteinerter Riesenammonit namens Parapuzosia \nseppenradensis.<\/p>\n\n\n\n<p>Das Wort und das Unwort des Jahres sind noch \nnicht gew\u00e4hlt, aber es gibt aussichtsreiche Kandidaten wie \n&#8222;Bankenkrise&#8220;, &#8222;Datenklau&#8220; und &#8222;Wolfgang Sch\u00e4uble&#8220;. Letzterer hat \n\u00fcbrigens bei &#8222;Leuchte des Jahres&#8220; den letzten Platz gemacht. Sieger war \nein LED Lichtobjekt.<\/p>\n\n\n\n<p>Der Witz des Jahres ist strittig. Im \nInternet findet man mindestens 100 davon. Die meisten haben mit \nAmerikanischer Au\u00dfenpolitik zu tun.<\/p>\n\n\n\n<p>So, und im Endeffekt war das \njetzt alles so egal. Also so \u00e4hnlich wie bei Jauch und Co. Denn im \nEndeffekt interessiert uns ja nur noch ein Baum am Ende des Jahres: der \nTannenbaum. Und der wird &#8211; wie in den letzten Jahren &#8211; an den meisten \nOrten eine Fichte sein. Dann mal frohes neues Jahr.<\/p>\n\n\n\n<p>Moment &#8211; einen haben ich noch zum Schluss: der Kaktus des Jahres ist der Schwiegermuttersessel. Das g\u00f6nne ich ihr.\n                \t\t\t\t\t              \n\n<\/p>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>Es kommt der Zeitpunkt, an dem die Jauchs und Elstners und Nuhrs &#8211; und wie sie alle hei\u00dfen &#8211; im Fernsehen ihre Menschen des Jahres vorstellen. 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