{"id":385,"date":"2009-08-08T08:08:23","date_gmt":"2009-08-08T08:08:23","guid":{"rendered":"https:\/\/www.palandun.de\/?p=385"},"modified":"2020-02-29T08:08:52","modified_gmt":"2020-02-29T08:08:52","slug":"die-deutsche-wirtschaft-und-die-krise","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/www.palandun.de\/index.php\/2009\/08\/08\/die-deutsche-wirtschaft-und-die-krise\/","title":{"rendered":"Die deutsche Wirtschaft und die Krise"},"content":{"rendered":"\n<p>\nWir sind ja jetzt in der Phase, in der keiner mehr wei\u00df, ob wir mit der \nKrise weitermachen oder nicht. Im M\u00e4rz war alles noch so einfach: da hat\n Institut A \u20133% gesagt, schon kam B mit \u20134% und C mit \u20135%. Das war noch \ndie \u00dcberbietungswelle. Da gab es keine positiven Botschaften. Da wusste \nman, wo man dran ist. Da ging es uns allen schlecht.<\/p>\n\n\n\n<p>Und jetzt: \nimmer wieder positives abgewechselt von negativen. Die einen melden: der\n Abbau der Arbeitspl\u00e4tze ist langsamer als gedacht, die anderen melden \neinen 50% Auftragseinbruch. Das macht doch keinen Spa\u00df mehr. Da wei\u00df man\n doch gar nicht mehr was los ist.<\/p>\n\n\n\n<p>Zu erst mal folgendes: eine \nKrise ist auch immer eine Chance. Das wird immer wieder gesagt. Sogar \nder Weizs\u00e4cker soll fr\u00fcher mal gesagt haben: Krise und Chance haben die \ngleiche Wurzel im Chinesischen. Das klingt erst mal toll. Und ist \nnat\u00fcrlich Quatsch: da steckt einfach nur das gleiche Schriftzeichen mit \ndrin. Aber beide Worte bestehen nicht nur aus dem Schriftzeichen. Ich \ngehe sogar soweit: Unsinn und sinnvoll haben auch den gleichen Stamm im \nDeutschen. N\u00e4mlich Sinn. Sie bedeuten aber was ganz anderes. Oder \nanderes Beispiel: Partei. \u201eEine Partei ist ein organisierter \nZusammenschluss von Menschen, die innerhalb des umfassenderen \npolitischen Verbandes danach streben, politische Macht und die \nentsprechenden Positionen zu besetzen, um ihre eigenen sachlichen oder \nideellen Ziele zu verwirklichen und\/oder pers\u00f6nliche Vorteile zu \nerlangen. Partei kommt vom lateinischen pars, partis = Richtung.\u201c Wenn \nman jetzt aber die Sozialdemokratisch davor und Deutschland dahinter \nsetzt, dann kann man \u201eorganisiert\u201c gleich streichen. Und eine \nRichtung&#8230;<\/p>\n\n\n\n<p>Dennoch stimme ich mit von Weizs\u00e4cker \u00fcberein: die \nKrise ist eine Chance. Die Krise ist eine Chance, die nachfolgenden \nGenerationen f\u00fcr immer in die Pleite zu sto\u00dfen. Eine Chance, den \nSozialstaat noch weiter auszuh\u00f6hlen. Eine Chance, Arbeitnehmer \nloszuwerden.<\/p>\n\n\n\n<p>Der deutschen Wirtschaft geht es schlecht. \nTraditionsreiche Unternehmen wie Karstadt Quelle gehen den Bach runter. \nEs ist so traurig. Quelle hat so eine Tradition. Wie hat doch damals \nHerr Schickedanz malochen m\u00fcssen, um w\u00e4hrend der Nazizeit die Juden zu \nenteignen. Und was macht jetzt Frau Schickedanz mit dem Bankenhaus \nOppenheim: die lassen das den Bach runtergehen. Die arme Frau, die lebt \njetzt von 600 Euro. Hat sie selbst gesagt. Das ist quasi Hartz 4. Na \ngut, die meisten Hartz 4-Empf\u00e4nger w\u00e4ren froh \u00fcber 600 Euro. Aber der \nRest&#8230; die 27 Mio, die sie nach eigener Aussage noch hat, und die \nVilla, das ist ja f\u00fcrs Alter zur\u00fcckgelegt, das d\u00fcrfen auch Hartz \n4-Empf\u00e4nger.<\/p>\n\n\n\n<p>Der deutschen Wirtschaft geht es schlecht. Man kann \nnicht mehr alle bezahlen, die man durchf\u00fcttert. Da muss man Leute \nentlassen oder kurzarbeiten lassen.<\/p>\n\n\n\n<p>Der deutschen Wirtschaft geht\n es schlecht. Die Wirtschaft jammert: wir kriegen keine Leute. Und daf\u00fcr\n zu jammern tun die alles. Die verlangen von D\u00f6nerbudenverk\u00e4ufern ein \nabgeschlossenes BWL-Studium und gute Englisch-Kenntnisse. Es k\u00f6nnte ja \nmal ein Ami als Kunde vorbeikommen, der kein Deutsch kann.<\/p>\n\n\n\n<p>Der \ndeutschen Wirtschaft geht es schlecht. Siemens musste zugeben: wir \nmachen nur noch 6,6 Milliarden Gewinn, sagt die eigene Prognose. Also \nsoviel wie im letzten Jahr. Dabei h\u00e4tten es weitaus mehr sein sollen. <\/p>\n\n\n\n<p>Jetzt\n verstehe ich die Kurzarbeit bei Siemens: 6,6 Millarden &#8211; in 100000 \nJahren ist das durch die Inflation doch gar nichts mehr. Da muss man \njetzt schon handeln.<\/p>\n\n\n\n<p>Die Wirtschaftskrise ist genial f\u00fcr viele \nUnternehmen: Die Wirtschaftskrise ist eine gute Ausrede, wirklich alles \nfalsch zu machen und alles falsch gemachte den Umst\u00e4nden zuzuschieben.<\/p>\n\n\n\n<p>Die\n Krise ist auch toll f\u00fcr unseren Staat. Jahrelang war kein Geld da. \nW\u00e4hrend des Aufschwungs. Jetzt ist gar keins mehr da, und dass nicht \nvorhandene ging schon an die Banken. Dann kann man auch noch mal was f\u00fcr\n Bildung und Strassen ausgeben. Anders gesagt: wenn man mit fliegenden \nFahnen untergeht, dann k\u00f6nnten die Fahnen auch aus Gold sein. Bitte \nnicht falsch verstehen: ich bin f\u00fcr mehr Geld in der Bildung. Ich bin \nauch f\u00fcr mehr Konzept in der Bildung und in der Verwaltung, das ist aber\n ein anderes Thema. Ich verstehe nur nicht, dass Geld erst dann da ist, \nwenn es nicht mehr da ist. Es zeigt aber, dass die Politiker gelernt \nhaben, sich also gebildet haben. Die Banken haben das genauso gemacht: \nmit nicht vorhandenem Geld Milliardengewinne gemacht.<\/p>\n\n\n\n<p>Auch f\u00fcr \nuns Angestellte ist die Krise gut. Die ist sogar sehr gut. Vom \nAufschwung habe ich n\u00e4mlich nix mitbekommen. Von der Krise haben wir \nalle was. Da wei\u00df man: ich bin dabei. Da wei\u00df man, dass man noch lebt. \nNachdem wir schon jahrelang nichts mitbekommen haben. Das fiel mir das \nerste Mal 1990 auf. Der Kapitalismus hat n\u00e4mlich gegen den Sozialismus \/\n Kommunismus gewonnen. Gesch\u00e4tzter Leser, blicke doch einfach mal in den\n Spiegel: so sehen Sieger aus. Die meisten DDR-B\u00fcrger machen es \nwenigstens richtig und f\u00fchlen sich immerhin wie Verlierer, aber f\u00fchlen \nsich die meisten Wessis auch wie Sieger? Wir sind seit 1990, seitdem der\n Gegenpol fehlte, auf gutem Weg von der Sozialen Marktwirtschaft \u2013 \nehedem eher eine sozial angehauchte Marktwirtschaft \u2013 zur Freien \nMarktwirtschaft. Frei bedeutet: frei von Sinn und Verstand.<\/p>\n\n\n\n<p>Das \neinzige wirklich positive an der Krise w\u00e4re gewesen, wenn auch im \nBundestag Kurzarbeit eingef\u00fchrt worden w\u00e4re. Vielleicht w\u00e4ren einige \nunsinnige Gesetze dann nicht zustande gekommen.<\/p>\n\n\n\n<p>Wir k\u00f6nnten uns \naber auch an anderen L\u00e4ndern orientieren und die Krise abschaffen. Der \nVerwaltungschef der \u00f6stlich von Moskau gelegenen Region Noguinsk, \nWladimir Laptew, hat den Begriff \u201eFinanzkrise\u201c einfach verboten. Da \nk\u00f6nnte jetzt Zensursula von der Leyen ins Spiel kommen. Statt nur Seiten\n mit Kinderpornos mit einem Stoppschild zu versehen, k\u00f6nnte man das auch\n mit Seiten, die \u201eFinanzkrise\u201c oder \u201eWirtschaftskrise\u201c enthalten, \nmachen. Und wenn man unseren Politikern Glauben schenkt, hat man damit \nwas gegen die Krise getan.<\/p>\n\n\n\n<p>Falls der geneigte Leser das hier nicht lesen kann, sondern nur ein virtuelles Stopschild sieht, ist das schon geschehen.\n\n<\/p>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>Wir sind ja jetzt in der Phase, in der keiner mehr wei\u00df, ob wir mit der Krise weitermachen oder nicht. Im M\u00e4rz war alles noch so einfach: da hat Institut A \u20133% gesagt, schon kam B mit \u20134% und C mit \u20135%. Das war noch die \u00dcberbietungswelle. Da gab es keine positiven Botschaften. 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