{"id":401,"date":"2009-09-29T08:13:00","date_gmt":"2009-09-29T08:13:00","guid":{"rendered":"https:\/\/www.palandun.de\/?p=401"},"modified":"2020-02-29T08:14:01","modified_gmt":"2020-02-29T08:14:01","slug":"die-krise-und-die-deutsche-wirtschaft-teil-2-banken-und-boerse","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/www.palandun.de\/index.php\/2009\/09\/29\/die-krise-und-die-deutsche-wirtschaft-teil-2-banken-und-boerse\/","title":{"rendered":"Die Krise und die deutsche Wirtschaft &#8211; Teil 2: Banken und B\u00f6rse"},"content":{"rendered":"\n<p>\nDie B\u00f6rse, dass ist die Spielwiese f\u00fcr Leute mit Geld. Das ist etwas f\u00fcr\n welche, denen es nicht reicht, Skat mit Cent-Eins\u00e4tzen zu spielen. Die \nbrauchen mehr.<\/p>\n\n\n\n<p>Das wichtige an der B\u00f6rse ist: analysieren, was \nist und kommt, und dann wissen, ob der Kurs steigt oder f\u00e4llt. \nDummerweise ist dieses Wissen meistens schon im B\u00f6rsenkurs drin. Also \nmuss man mehr wissen als die anderen. Und wenn viele mehr wissen, dann \npassieren schon komische Sachen. N\u00e4mlich das, was man jetzt nicht \nerwartet hat.<\/p>\n\n\n\n<p>Deswegen nehmen die meisten gro\u00dfen Banken schon \nComputer, die automatisch kaufen und verkaufen. Und immer in kleinen \nH\u00e4ppchen. Man kauft\/verkauft nicht 1 Million Aktien, sondern jede \nSekunde 1000. Denn 1 Million w\u00fcrde auffallen, andere Banken w\u00fcrden \nreagieren, und es k\u00e4me zu Panikk\u00e4ufen oder -verk\u00e4ufen. Im Prinzip ist \nder Hintergrund der Aktie ja, dass man sich geldlich an einer Firma \nbeteiligt. Dass man also Teilhaber wird. Das jetzt zur Theorie. In der \nPraxis ist es wirklich Monopoly f\u00fcr Reiche. Nur dass beim Monopoly nicht\n viel passiert: die Beteiligten haben ein bisschen Zeit verloren, und im\n Extremfall kriegt einer mal vom anderen das Spielbrett \u00fcber den Sch\u00e4del\n gezogen. Wenn hingegen an der B\u00f6rse richtig sch\u00f6n gespielt wird, sind \nam n\u00e4chsten Tag 1000 Unbeteiligte arbeitslos und 1 bis 2 B\u00f6rsenbroker \naus dem Fenster gesprungen. Broker kommt \u00fcbrigens vom englischen to \nbreak, zerbrechen, und zeigt die ganze destruktive Ader dieses \nBerufsstandes. Und von den Neu-Arbeitslosen kommt leider keiner auf die \nIdee, dem n\u00e4chsten B\u00f6rsenspekulanten mal ein Spielbrett auf den Kopf zu \nhauen. Schade.<\/p>\n\n\n\n<p>Viel einfacher und arbeitsplatzsicherer als selbst\n zu zocken ist die Nachhineinanalyse in Fernsehen oder Radio. Das geht \ndann so: Die Lufthansawerte sind um 2% gestiegen, nachdem bekannt wurde,\n dass der der Lufthansa-Chef beim Seitensprung seine Sekret\u00e4rin \nschw\u00e4ngerte. Ein \u00e4hnlich gelagerter Vorfall hatte in der letzten Woche \ndie Siemens-Aktie um 4% fallen lassen, aber bei Lufthansa ist man doch \nfroh, wenn die \u00fcberhaupt noch einen hochkriegen.<\/p>\n\n\n\n<p>Noch schlimmer \nsind Wirtschaftsprognosen. Wir bezahlen den 5 Wirtschaftsweisen Geld, \ndamit sie eine Zahl &#8211; meinetwegen eine Minuszahl &#8211; vor ein \nProzentzeichen schreiben. Egal ob die Zahl dann&nbsp; mit der Realit\u00e4t zu tun\n hat. In dem Fall w\u00e4re vielleicht eine erfolgsorientierte Verg\u00fctung \ngeeignet. Ich schlage vor: niedriges Grundgehalt, 500% Zuschlag f\u00fcr \ngenauen Treffer, 100% bei nur 1% Abweichung von der Realit\u00e4t. Wie viel \nGeld wir da sparen k\u00f6nnen.<\/p>\n\n\n\n<p>Es gibt 3 S\u00e4ulen des modernen Aberglaubens:<br>1. Wirtschaftsprognosen<br>2. Wetterbericht<br>3. Ern\u00e4hrungskonzepte<br>Horoskope geh\u00f6ren nicht mehr dazu, die haben einen zu gro\u00dfen Treffergrad.<\/p>\n\n\n\n<p>Zur\u00fcck\n zur B\u00f6rse und zum Zocken: die Spezialisten f\u00fcrs Zocken &#8211; wenn man von \ndenen absieht, die auf DSF professionell Poker spielen &#8211; sind \nInvestmentb\u00e4nker. Investmentb\u00e4nker sind leicht erkl\u00e4rt. Douglas Adams \nhatte im &#8222;Per Anhalter durch die Galaxis&#8220; den vermeintlich unsinnigsten \nBeruf erfunden: Telefondesinfizierer. Die Wirklichkeit ist schlimmer, da\n gibt es Investmentb\u00e4nker.<\/p>\n\n\n\n<p>Leute, die ihr eigenes Geld verspielen, gab es schon im alten Rom. Investmentb\u00e4nker machen es schlauer: sie nehmen fremdes Geld.<\/p>\n\n\n\n<p>Investmentb\u00e4nker\n mit Kontakt zu normalen Menschen nennt man Bankberater. Achtung: \nBankberater. Nicht Kundenberater. Die beraten die Bank, nicht die \nKunden.Bankberater sind Leute, die verkaufen Eintagsfliegen eine \nAltersversorgung, die in 40 Jahren greift. Sie lassen sich auch nicht \ndavon irritieren, dass Eintagsfliegen bekanntlich wenig Geld haben. \nBankberater wissen: mit kein Geld kann man viel besser wirtschaften. Man\n verkauft es einfach. Das haben die Jahrelang tats\u00e4chlich getan. Wobei: \nmeistens verkaufen sie nicht an Eintagsfliegen, sie verkaufen den Kunden\n lieber Eintagsfliegen. Auch als Alterssicherheit. <\/p>\n\n\n\n<p>Alterssicherung\n ist gewiss wichtig, aber wie leben Sie eigentlich heute? Und warum \neigentlich Alterssicherung? Alt ist man 30 Jahre oder so, h\u00f6chstens. Tot\n noch viel l\u00e4nger. Sollte man nicht f\u00fcr den Tod sparen? Eine \nTodessicherung, damit man 1000 Jahre sein Grab hat. Ich hoffe, ich \nbringe jetzt keinen auf Ideen.<\/p>\n\n\n\n<p>Bankberater sind \u00fcbrigens schnell.\n Jetzt mal ne wahre Geschichte. Ich habe Geld von einem Festgeldkonto \nauf mein Girokonto \u00fcberwiesen. Und sobald es da erschienen war, direkt \nam gleichen Morgen, habe ich den \u00dcberweisungsauftrag f\u00fcr genau dieses \nGeld auf das Konto der Bank eingegeben, bei denen unser kleines H\u00e4uschen\n verschuldet ist. Mittags rief mich die Beraterin an, um \u00fcber die paar \nTausend Euro zu reden, wie man sie denn anlegen k\u00f6nnte. Sie lie\u00df sich \nauch nicht davon irritieren, dass das Geld schon \u00fcberwiesen war. Noch \nbesser: Dde ganze Bank lie\u00df sich davon nicht irritieren, die haben \nn\u00e4mlich dann 3 Tage f\u00fcr die \u00dcberweisung gebraucht. Schnell sind die \nwirklich. Die Berater. Schneller noch als mein Geld.<\/p>\n\n\n\n<p>Und jetzt \nnoch was positives f\u00fcr Frau Merkel. Es war wichtig, die Banken zu \nst\u00fctzen. Das war zwar nur f\u00fcr das System, nicht f\u00fcr uns B\u00fcrger, aber es \nwar wichtig. Politiker und Wirtschaftsweise sagen: Der Kapitalismus ist \ndie beste Staatsform. Der Kapitalismus hat n\u00e4mlich jede Krise \n\u00fcberstanden bisher. Wie die katholische Kirche und die Dummheit.<\/p>\n\n\n\n<p>Ich\n fand die Rettung der Banken auch sehr merkw\u00fcrdig. Die kriegten ja einen\n Rettungsschirm. Denen stand das Wasser bis zum Hals. Die gingen schon \nunter. Fr\u00fcher hatten Schiffe so tolle Holzreifen, die hat man \nertrinkenden zugeworfen. Heute gibt es Rettungsschirme. Das klingt nicht\n nur doof, dass ist es auch. \u00dcberlegen Sie mal: sie stehen auf der \nBr\u00fccke, unter sich ein rei\u00dfender Strom. Regensburg zur Hochwasserzeit. \nUnd da treibt ein Ertrinkender vorbei. H\u00e4lt sich gerade noch \u00fcber \nWasser. So, und jetzt werfen wir dem mal einen Schirm zu&#8230;<\/p>\n\n\n\n<p>Bei \nder Bankenrettung habe ich auch etwas gelernt: Heuschrecken sind \nsch\u00fctzenswert &#8211; wenn sie von hier sind. Biologie und Wirtschaft \nverhalten sich also entgegengesetzt. In der Umwelterhaltung hei\u00dft es ja:\n W\u00f6lfe&nbsp; &#8211; das ist ganz wichtig dass die nicht aussterben. Aber doch \nnicht hier. Rum\u00e4nien ist doch gro\u00df genug. Oder: M\u00fccken. Klar m\u00fcssen die \nsein. Aber warum ausgerechnet im Urlaub? Insofern k\u00f6nnte man auch \nfragen: der Ackermann, der ist sch\u00fctzenswert. Aber warum ausgerechnet in\n Deutschland?\n\n<\/p>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>Die B\u00f6rse, dass ist die Spielwiese f\u00fcr Leute mit Geld. Das ist etwas f\u00fcr welche, denen es nicht reicht, Skat mit Cent-Eins\u00e4tzen zu spielen. Die brauchen mehr. Das wichtige an der B\u00f6rse ist: analysieren, was ist und kommt, und dann wissen, ob der Kurs steigt oder f\u00e4llt. 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