{"id":43,"date":"2008-06-30T19:35:00","date_gmt":"2008-06-30T19:35:00","guid":{"rendered":"https:\/\/www.palandun.de\/?p=43"},"modified":"2020-02-26T19:36:16","modified_gmt":"2020-02-26T19:36:16","slug":"liebe-freunde-des-fussballs-liebe-feinde-der-uefa","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/www.palandun.de\/index.php\/2008\/06\/30\/liebe-freunde-des-fussballs-liebe-feinde-der-uefa\/","title":{"rendered":"Liebe Freunde des Fu\u00dfballs, liebe Feinde der UEFA"},"content":{"rendered":"\n<p>\nDie Europameisterschaft war toll. Alle waren gut gelaunt, die Deutschen \nund die T\u00fcrken vertrugen sich, es gab sch\u00f6ne Tore. Kurz: eine tolle \nSache. Wenn nur nicht die UEFA dabei w\u00e4re&#8230;<\/p>\n\n\n\n<p>Die UEFA, das sind \ndie Veranstalter. Irgendwann mal von begeisterten \nAmateursport-Funktion\u00e4ren gegr\u00fcndet und mittlerweile auch eher eine \nGelddruckmaschine a la Olympia. Alle 4 Jahre bricht die UEFA, eine der \nundemokratischsten Gesellschaftsformen \u00fcberhaupt in mehr oder weniger \nzivilisierte L\u00e4nder ein und bestimmt mittels einer Besatzungstruppe \u00fcber\n das Wohlergehen Europas. Da werden gerne s\u00e4mtliche Verbraucher-, Grund-\n und sonstige Rechte au\u00dfer Kraft gesetzt. Einschlie\u00dflich des Rechts, \nkeine Pl\u00f6rre trinken zu m\u00fcssen. Es bezahlen ja mittlerweile Firmen zig \nMillionen daf\u00fcr, dass nur ihr gepanschtes Bier im Bereich des Stadions \nausgeschenkt werden darf. Auch wenn es nicht schmeckt. Warum der \ngew\u00f6hnliche Fan dann nicht einfach zum Anti-Alkoholiker wird, bleibt \naber ebenso ein R\u00e4tsel wie die Schwankungen im Spiel der deutschen \nMannschaft.<\/p>\n\n\n\n<p>Zun\u00e4chst mal etwas positives: die UEFA ist nicht \nschuld an G\u00fcnter Netzer und Gerhard Delling. Die bezahlen wir mit den \nGEZ-Geb\u00fchren. Nein, dass gilt nicht als Grund, die Geb\u00fchr \nzur\u00fcckzufordern. F\u00fcr alle, die sie nicht kennen: die sehen beinahe so \naus und benehmen sich beinahe wie Walldorf und Stettler, die Opas aus \nder Muppet-Show. Leider aber auch nur beinahe, und vor allen Dingen: \nnicht lustig. Der einzige Gag der beiden ist, dass Netzer s\u00e4mtliche \nAussagen seines Nebenmanns als Quatsch abtut und widerspricht. Selbst \nwenn der Delling sagen w\u00fcrde: \u201eich habe gerade gefurzt\u201c, w\u00fcrde Netzer \ndas noch mit den Worten \u201eDas war kein Furz, sondern eine Offenbarung \nihrer Unf\u00e4higkeit\u201c beantworten. Ist Ihnen schon aufgefallen, dass \nDelling dem Netzer immer \u00e4hnlicher sieht? Es muss doch was wahres dran \nsein: Herren und Hunde \u00e4hneln sich immer mehr.<\/p>\n\n\n\n<p>Die UEFA ist auch \nnicht an den Leistungen der \u00d6sterreicher, Schweizer und hin und wieder \nder Deutschen schuld. Ansonsten kann man ihr aber s\u00e4mtliche Schuld in \ndie nicht vorhandenen Schuhe schieben. Beispiele gef\u00e4llig?<\/p>\n\n\n\n<p>Da \nturnen diverse Trainer 90 Minuten lang \u2013 bei Bedarf sogar 120 Minuten \nlang \u2013 am Spielfeldrand rum. Allen voran der t\u00fcrkische Trainer Terim, \nein legitimer Nachfahre von Rumpelstilzchen. Dagegen ist im Prinzip \nnicht zu sagen. Die tun nichts, die toben nur. Die wollen nur spielen. \nOder besser: dass ihre Mannschaft vern\u00fcnftig spielt. Es kann sogar \npositiv aufgefasst werden: die Zahl der Herzinfarkte ist wahrscheinlich \ngeringer, wenn man die Wut auch mal rauslassen darf, und die Fans haben \ntrotzdem was zu gucken, wenn die Mannschaften sich wieder auf Rasenhalma\n verlegen. Das ganze ist aber nicht erlaubt. Und wie um ein Exempel zu \nstatuieren mussten dann auch zwei Trainer auf die Trib\u00fcne. Statt aber \ndie Leute zu nehmen, die in der Statistik \u201egelaufene Kilometer pro \nSpiel\u201c einigen ihrer Spieler meilenweit voraus sind, wird der nette Herr\n L\u00f6w und der nette Herr Hickersberger rausgeschmissen. Zwei Leute, die \nkeiner Fliege was zu leide tun k\u00f6nnen. Damit passt Herr Hickersberger \n\u00fcbrigens hervorragend zu seiner Mannschaft.<\/p>\n\n\n\n<p>Der Herr L\u00f6w wurde \n\u00fcbrigens noch mal bestraft: er kam n\u00e4mlich zur sp\u00e4t zu einer \nPressekonferenz und durfte deswegen nur ganz kurz reden. Der Plan muss \neingehalten werden, auch wenn Presse und Fans vielleicht nicht so \ngl\u00fccklich dar\u00fcber sein d\u00fcrften. Mal abgesehen davon, dass man den \ninformellen Gehalt von Pressekonferenzen h\u00e4ufig mit der Lupe suchen \nmuss: das kann aber nach hinten losgehen. Als Trainer w\u00fcrde ich ab jetzt\n immer zu sp\u00e4t kommen, in der Hoffnung, weniger dumme Fragen anh\u00f6ren zu \nm\u00fcssen.<br>Vielleicht h\u00e4tte die UEFA lieber mal Zeit f\u00fcr die Schulung \nihrer auf dem Platz anwesenden freiberuflichen Mitarbeiter verwenden \nsollen. Ein Schiedsrichter darf schon mal einen Fehler machen. Das ist \nganz normal und d\u00fcrfte jedem von uns passieren. Es sollte vielleicht \nnicht so dramatisch sein wie beim Elfmeter-w\u00fcrdigen Foul an Philip Lahm \nim T\u00fcrkei-Spiel. Manchmal hat man den Eindruck, dass die Schiedsrichter \nmittlerweile von solch offensichtlichen Sachen gelangweilt sind. \u201eIch \nentscheide nur interessantes.\u201c Deswegen unterbleibt dann in so einer \nSituation der Pfiff.<\/p>\n\n\n\n<p>Auch interessant ist die Frage, warum die \nmeisten Schiedsrichter-Assistenten unf\u00e4hig sind, Abseitsstellungen zu \nerkennen. Vielleicht liegt das aber auch an der Abseitsregel, die in der\n Anfangszeit des Fu\u00dfballs vielleicht Sinn gemacht hat, heutzutage aber \nimmer mehr zu der M\u00f6glichkeit f\u00fcr die Unparteiischen wird, auch mal das \nSpiel entscheidend zu beeinflussen. Und liebe Fu\u00dfballfreunde: Besserung \nist da nicht in Sicht. Im Regel-Board sitzen leider zu viele Briten, die\n die Abseitsregel als einzigen Beitrag der Briten zur Weltgeschichte im \n20. Jahrhundert betrachten. Wahrscheinlich haben sie sogar Recht.<\/p>\n\n\n\n<p>Ich\n bin ja immer noch der Meinung, dass nur Hennes Wei\u00dfweiler was von \nAbseits versteht. Er sagte mal \u00fcber G\u00fcnter Netzer: \u201eAbseits ist, wenn \ndas lange Arschloch zu sp\u00e4t abspielt.\u201c Hat die FIFA dann doch nicht in \ndie Regeln aufgenommen. Schade.<\/p>\n\n\n\n<p>Beim Halbfinale unserer Deutschen\n Mannschaft gegen unsere T\u00fcrkische Mannschaft zeigte sich dann aber die \nAllmacht und Allohnmacht der UEFA. Nur weil alle unbedingt die \nUEFA-eigenen Bilder zeigen mussten \u2013 wo dann bengalische Feuer und \n\u00e4hnlich sch\u00e4ndliches Fan-Machwerk rausgeschnitten werden \u2013 zeigten alle \ngar nichts. Wobei gl\u00fccklicherweise nicht alle alle waren, die Schweizer \ndurften eigene Leitung legen. Davon profitierten auch wir Deutschen. \nNachdem wir einige Minuten lang das Konterfei von Bela Rethy genie\u00dfen \nkonnten \u2013 ein Mann, der genauso langweilig aussieht wie er kommentiert \u2013\n kamen wir dank des Schweizer Fernsehens noch rechtzeitig, um das 2. Tor\n der Deutschen zu sehen. Problem bei Schweizern ist nur: die Leitung ist\n lang. Da deswegen Ton und Bild asynchron verliefen, wurden wir 2 \nSekunden vorher von Bela Rethy unbeabsichtigt darauf hingewiesen, dass \nein Tor fallen wird. Wahrscheinlich wird das bei ARD und ZDF demn\u00e4chst \ngenerell eingef\u00fchrt: die Zuschauer werden vorher gewarnt, damit sie sich\n nicht zu sehr erschrecken durch das Tor und vielleicht noch aufwachen. \nHilft auch beim Tatort. \u201eHarry, da liegt gleich eine Leiche.\u201c Pardon, \ndas war ja gar nicht Tatort&#8230;<\/p>\n\n\n\n<p>Mein Erschrecken konnte allerdings\n nicht abgewendet werden. Kaum war das Bild wieder da, sah ich sie: die \nKanzlerin. Ganze 10 Sekunden lang war sie im Bild. Sie versuchte zu \nklatschen. Ich wei\u00df: als Erwachsener versucht man nicht. Da klatscht man\n einfach. Sie versuchte es. Ganz ehrlich: wenn ich Frau Merkel sehen \nwill, gucke ich Tagesschau. Oder Phoenix. Oder meinetwegen bei RTL \u201eDie \n10 gr\u00f6\u00dften Pannen der Evolutionsgeschichte\u201c. Aber doch nicht Fu\u00dfball.<\/p>\n\n\n\n<p>Die Franzosen waren da gl\u00fccklicher dran: sie zeigten zu dem Zeitpunkt Bilder von Pinguinen.<\/p>\n\n\n\n<p>Wie\n schon weiland Sepp Herberger sagte: \u201eNach dem Spiel ist vor die \nKamera.\u201c Oder so \u00e4hnlich. Wenn sich jeder Spieler \u2013 je nach Ergebnis \nheulend oder jubelnd \u2013 nur nach seiner Kabine sehnt, wartet in der \nsogenannten Mixed Zone das Rudel der Reporter. Mal abgesehen davon, dass\n den meisten Spielern jegliche Begabung fehlt, wie man vor der Kamera \nagiert \u2013 was sie nat\u00fcrlich mit den Reportern gemein haben \u2013 den meisten \nSpielern fehlt nach dem Spiel auch die Luft, um das Gehirn in \nirgendeiner Art und Weise mit Sauerstoff zu versorgen.<\/p>\n\n\n\n<p>Nach dem \nHalbfinale kam \u00fcbrigens die von mir erw\u00e4hnte Frau Merkel in die Mixed \nZone, und sie litt unter dem gleichen Problem wie die Spieler: \u201eIch habe\n die Luft angehalten w\u00e4hrend des Spiels.\u201c Das erkl\u00e4rt nat\u00fcrlich jegliche\n Ausf\u00e4lle. Hoffe, das wirkt sich nicht auf die Politik aus. Aber \nvielleicht kann sie ja bis zum n\u00e4chsten Gesetz wieder Luft holen.<\/p>\n\n\n\n<p>Ich\n kann die Bundeskanzlerin ja verstehen. Die Deutsche Nationalmannschaft \nist doch ein herausragendes Beispiel f\u00fcr Integration, da strebt man als \nPolitiker gerne hin. Wer hat denn unsere Tore geschossen? Haupts\u00e4chlich 2\n Polen und ein Bayer \u2013 das ist doch gelebte Integration. Vor allen Lukas\n Podolski haben wir ins Herz geschlossen. Der erste, der so schnell \nredet wie Dieter Thomas Heck und mit dem gleichen fehlenden Inhalt. \nSolange er das Runde aber ins Eckige schiebt, soll es uns egal sein.\n\n<\/p>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>Die Europameisterschaft war toll. Alle waren gut gelaunt, die Deutschen und die T\u00fcrken vertrugen sich, es gab sch\u00f6ne Tore. Kurz: eine tolle Sache. Wenn nur nicht die UEFA dabei w\u00e4re&#8230; Die UEFA, das sind die Veranstalter. Irgendwann mal von begeisterten Amateursport-Funktion\u00e4ren gegr\u00fcndet und mittlerweile auch eher eine Gelddruckmaschine a la Olympia. 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