{"id":495,"date":"2013-09-03T13:27:38","date_gmt":"2013-09-03T13:27:38","guid":{"rendered":"https:\/\/www.palandun.de\/?p=495"},"modified":"2020-02-29T13:28:05","modified_gmt":"2020-02-29T13:28:05","slug":"ich-habe-nichts-zu-verbergen","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/www.palandun.de\/index.php\/2013\/09\/03\/ich-habe-nichts-zu-verbergen\/","title":{"rendered":"Ich habe nichts zu verbergen"},"content":{"rendered":"\n<p>\nIch gebe jetzt hiermit bekannt: ich habe etwas zu verbergen.<\/p>\n\n\n\n<p>Ich \nm\u00f6chte nicht, dass jeder wei\u00df, was ich mit A \u00fcber B geredet habe. Wenn \nich es will, dass es alle wissen, werde&nbsp; ich es hier schreiben.<\/p>\n\n\n\n<p>Ich\n m\u00f6chte nicht, das mein Staat oder ein anderer Staat alles \u00fcber mich \nwei\u00df. Ich wei\u00df n\u00e4mlich nicht, was ich alles vor dem Staat verbergen \nmuss. Vielleicht werden in Zukunft Leute suspekt, die sich die Zeitung \n\u201cKaninz\u00fcchter heute\u201d kaufen, weil in der August-Ausgabe 1951 erkl\u00e4rt \nwurde, wie man eine kleine Bombe baut, um die Viecher aus den G\u00e4ngen zu \nscheuchen.<\/p>\n\n\n\n<p>Ich habe keine Ahnung, was die Geheimdienste suchen. \nIch bin mir noch nicht mal sich, ob die wissen, was sie suchen. Und die \nautomatisieren immer weiter. Vielleicht kommt irgendwann die \n\u00dcberwachungssoftware auf die Idee, alle, die ihre Mails mit Hallo \nbeginnen, seien verd\u00e4chtig. Und dann?<\/p>\n\n\n\n<p>Ich m\u00f6chte auch nicht, dass\n meine Kinder ins Raster fallen, weil sie vielleicht mal in einer Mail \nan einen Freund zugeben, bei der&nbsp; Klassenarbeit gemogelt zu haben. Diese\n Aufr\u00fchrer m\u00fcssen bewacht werden. Und ihre Verwandten auch.<\/p>\n\n\n\n<p>Ich \nm\u00f6chte auch nicht, dass ich als Revoluzzer gelte, weil ich in der N\u00e4he \neiner Demo mein Handy eingeschaltet hatte und meine Handydaten zur \nSicherheit dann gleich verwertet werden.<\/p>\n\n\n\n<p>Bei uns gibt es nix zu \nverbergen? Das stimmt. In Deutschland vor 70 Jahren brauchten sich keine\n Juden verbergen. Im heutigen Russland leben Homosexuelle offen und \nfrei. Auch in Bayern und in Neonazi-verseuchten Gegenden Ostdeutschland \nlebt man als Schwuler doch gl\u00fccklich.<\/p>\n\n\n\n<p>Ich habe etwas zu \nverbergen. Und das wollt ihr alle auch. Oder will jeder von euch sehen, \nwie ich morgens mich anziehe oder wie ich auf dem Klo sitze? Nein? Ich \nwill auch nicht, dass andere das sehen.<\/p>\n\n\n\n<p>Ich traue auch nicht den \n\u00dcberwachern. Wenn alles \u00fcberwacht wird, dann haben die also auch meine \nKontodaten einschlie\u00dflich Passwort. Wer sagt mir, dass bei den \n\u00dcberwachern nur nette Leute arbeiten, von denen keiner mein Konto \npl\u00fcndert? Vielleicht ist ja einer von den Systemadministratoren \nspiels\u00fcchtig und braucht neue Einnahmequellen.<\/p>\n\n\n\n<p>Ich traue weder \nden Menschen, die das \u00fcberwachen, noch den Computern. Computer machen \nkeine Fehler. Die Menschen, die das programmieren, schon. Selbst \nComputer sind nicht 100% sicher, manche verrechnen sich sogar, weil ein \nFehler auf dem Chip oder im Speicher ist. Menschen sind dagegen sogar \nInkarnationen von Fehlern. Sie k\u00f6nnen meine Daten missbrauchen oder \ndurch Unachtsamkeit falschen Leuten in die H\u00e4nde spielen. Wenn ihr die \nDaten dem Staat g\u00f6nnt \u2013 wer sagt, dass er diese sicher und sauber \nverschlie\u00dft? Wer sagt, dass nicht Hacker im Auftrag \u00fcbler M\u00e4chte &#8211; \nChina, Mafia, Deutsche Bank oder katholische Kirche &#8211;&nbsp; die Daten \nabziehen?<\/p>\n\n\n\n<p>Ich soll mich doch nicht so haben? \u201eSie wollen nicht, \ndass der Staat alles wei\u00df, und verraten der ganzen Welt alles \u00fcber \nFacebook\u201c. Ich verrate Facebook gar nichts. Und ich l\u00fcge bei \nOnlinediensten \u00fcbrigens auch gerne, was mein Geburtsdatum angeht. \nB\u00e4tsch! <\/p>\n\n\n\n<p>Es ist ein n\u00f6tiges \u00dcbel zur Bek\u00e4mpfung von Terrorismus \nund Kinderpornografie? Bisher konnte noch nie jemand beweisen, dass die \nganze Datenspeicherung \u00fcberhaupt daf\u00fcr hilft. Ich soll also meine \nFreiheit \u2013 n\u00e4mlich meine Freiheit, dass von mir \u00f6ffentlich zu machen \noder dem Staat zu verraten, was ich will&nbsp; &#8211; f\u00fcr eine blo\u00dfe Behauptung \nhergeben, dass dadurch meine Freiheit verteidigt werden k\u00f6nnte?<\/p>\n\n\n\n<p>F\u00fcr\n die Bek\u00e4mpfung des Terrorismus zust\u00e4ndig ist der Herr Friedrich, der \neine einfache Sichtweise hat: der B\u00fcrger muss seine Daten doch einfach \nnur selbst sch\u00fctzen. Der kleine B\u00fcrger mit Verschl\u00fcsselungsprogrammen \nund Virenscannern gegen die amerikanische Staatsmacht. Das ist sehr \neinfach, Herr Friedrich. Sollen wir uns dann auch demn\u00e4chst um den Rest \nk\u00fcmmern, den eigentlich der Staat erledigen sollte? Dann besorge ich mir\n doch ein paar Knarren, um mich vor Einbrechern zu besch\u00fctzen, das \nbraucht der Staat nicht mehr f\u00fcr mich machen. Und dann haben wir endlich\n amerikanische Verh\u00e4ltnisse.<\/p>\n\n\n\n<p>Apropos Amerika: wenn herausk\u00e4me, \ndass ein Staat ein Botnetz aufgebaut hat, fremde Computer gekapert hat, \num andere auszuspionieren, dann w\u00fcrden doch die Amerikaner sofort \neingreifen? Mal gucken, wann sie endlich Washington angreifen.\n\n<\/p>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>Ich gebe jetzt hiermit bekannt: ich habe etwas zu verbergen. Ich m\u00f6chte nicht, dass jeder wei\u00df, was ich mit A \u00fcber B geredet habe. Wenn ich es will, dass es alle wissen, werde&nbsp; ich es hier schreiben. Ich m\u00f6chte nicht, das mein Staat oder ein anderer Staat alles \u00fcber mich wei\u00df. 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