{"id":775,"date":"2016-10-31T21:46:11","date_gmt":"2016-10-31T21:46:11","guid":{"rendered":"https:\/\/www.palandun.de\/?p=775"},"modified":"2020-02-29T21:46:42","modified_gmt":"2020-02-29T21:46:42","slug":"du-hast-die-wahl-nicht","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/www.palandun.de\/index.php\/2016\/10\/31\/du-hast-die-wahl-nicht\/","title":{"rendered":"Du hast die Wahl\u2026 nicht!"},"content":{"rendered":"\n<p>Es ist Wahlzeit. Ich lese viele Berichte in den Medien dar\u00fcber, \nwelchen amerikanischen Pr\u00e4sidenten wir w\u00e4hlen sollten. Wenn wir d\u00fcrften.\n Es fehlt nur die Wahrheit: die Wahl war schon.<\/p>\n\n\n\n<p><br>\nGew\u00e4hlt wurde schon im Juli \u2013 nicht von 250 Millionen Amerikanern, \nsondern von den Parteitagen der Demokraten und der Republikaner. Was ist\n der Unterschied zwischen Trump und Clinton?<\/p>\n\n\n\n<p><br>\nTrump ist ein Milliard\u00e4r, der jedes Steuerschlupfloch und jede \nstaatliche Subvention ausgenutzt hat und gleichzeitig auf den Staat \nschimpft, an dessen Tropf er immer hing. Menschenrechte oder genauer \ngesagt die Rechte aller Menschen, die nicht Donald Trump hei\u00dfen und \neinen ausgedienten Putzlappen auf dem Kopf tragen, sind ihm einerlei. \nEin Vertreter der Reichen, der aber gerne gegen das Establishment \nanschreit, dessen groteske Ausgeburt er ist.<\/p>\n\n\n\n<p><br>\nHillary Clinton ist eine Karrierefrau, die jede Connection ausnutzt, \nderer sie habhaft werden kann. Sie ist gut vernetzt in der Wall Street. \nMenschenrechte oder genauer gesagt die Rechte aller Menschen, die nicht \nihrer politischen Karriere f\u00f6rderlich sind, sind ihr einerlei.<\/p>\n\n\n\n<p><br>\nWo ist denn da die Wahl? Wo bleibt eigentlich der wirkliche Vertreter \ndes kleinen, vom Establishment entt\u00e4uschten und verratenen Mannes?<\/p>\n\n\n\n<p><br>\nUnd wo ist die Gefahr? Trump wird uns gerne als gro\u00dfe Gefahr verkauft. \nAber stellen wir uns doch einfach mal vor, dass der n\u00e4chste US-Pr\u00e4sident\n auf den roten Knopf dr\u00fcckt und den weltweiten Atomkrieg ausl\u00f6st. Wenn \ner\/sie dann vor Gericht gestellt w\u00fcrde, was nicht anzunehmen ist, was \nw\u00fcrde er\/sie zur Verteidigung sagen?<\/p>\n\n\n\n<p><br>\n\u201eMeine Assistenten haben berechnet, dass ein atomarer Erstschlag meine \nWiederwahl zu 80% sichert und gleichzeitig die Aktien meiner engsten \nVerb\u00fcndeten mindestens um 250% steigen lassen wird.\u201c<br>\nDas w\u00e4re Clinton.<\/p>\n\n\n\n<p><br>\nHysterisches Lachen. Dann: \u201eIch bin Donald Trump. Ich durfte das.\u201c<\/p>\n\n\n\n<p><br>\nGut, die Beweggr\u00fcnde sind unterschiedlich. Die Auswirkung nicht.<\/p>\n\n\n\n<p><br>\nWas soll Trump sonst noch machen? Soll er ein illegales Gefangenenlager \nerrichten, in dem teilweise Unschuldige jahrelang ohne Anwalt \nfestgehalten werden? Und wenn sie dann entlassen werden, keinerlei \nM\u00f6glichkeit auf Entsch\u00e4digung bekommen? Dann h\u00e4tte \nFriedensnobelpreistr\u00e4ger Obama Guantanamo vielleicht erstmal schlie\u00dfen \nm\u00fcssen.<\/p>\n\n\n\n<p><br>\nAls Deutscher hat man es aber nicht einfach, wenn man dar\u00fcber schimpfen \nwill, wie bescheuert das amerikanische Wahlsystem ist. Das ist \u00fcbrigens \nwirklich. Es machte vielleicht mal vor 200 Jahren Sinn. Heute k\u00f6nnte man\n einfach alle Menschen an einem Tag \u00fcber ihren Pr\u00e4sidenten abstimmen \nlassen. Dass gibt es in anderen, nach unserer Lesart undemokratischen \nStaaten wirklich. Da braucht man keine Delegierten nach Washington \nschicken. Die reisen eh nicht mehr per Postkutsche, sondern mit dem \nFlugzeug. Aber es hilft dem Establishment: wenn man den \nBundespr\u00e4sidenten direkt w\u00e4hlen w\u00fcrde, vielleicht tr\u00e4fe es dann doch \nnoch mal einen gescheiten Menschen\u2026<\/p>\n\n\n\n<p><br>\nDa lobe ich mir unseren Bundespr\u00e4sidenten: den w\u00e4hlen wir noch \nbescheuerter. Den w\u00e4hlen einerseits die Bundestagsabgeordneten, \nandererseits genauso viele von den Parlamenten gesendete Wahlm\u00e4nner. Das\n k\u00f6nnen abgehalfterte Politiker sein, die man nicht in Br\u00fcssel \nverklappen konnte (man spricht auch von bestoibern oder veroettingern), \naber auch der Milchmann der Landtagspr\u00e4sidentin oder der Schauspieler, \nder immer so sch\u00f6n den Chefarzt verk\u00f6rperte. Und w\u00e4hlen d\u00fcrfen die auch \nnicht jeden, sondern die Konsenzkandidaten der jeweiligen Parteien \u2013 \nabgehalfterte Politiker, die man nicht in Br\u00fcssel verklappen konnten, \noder Leute, von denen man bef\u00fcrchtet, sie k\u00f6nnten irgendwann mal Politik\n machen, wenn man sie nicht als Bundespr\u00e4sident besch\u00e4ftigen oder als \nBundespr\u00e4sidentenkandidat verheizen kann.<\/p>\n\n\n\n<p><br>\nLustig war die Kurzmeldung, dass Frau K\u00e4\u00dfmann Bundespr\u00e4sidentin werden \nsollte. Das gab gleich einen Aufschrei. Die ist ja vor 6 Jahren mit 1,6 \nPromille aus dem Verkehr gezogen worden. 1,6 Promille: das ist bei einer\n Frau ihrer Gr\u00f6\u00dfe und ihres Gewichtes eineinhalb Ma\u00df Bier oder noch \nnicht mal eine Flasche Wein. Umgerechnet: der Stimulus, den ein \ndurchschnittlicher CSU-Abgeordneter braucht, um \u00fcberhaupt Vorschl\u00e4ge \nauszusondern.<\/p>\n\n\n\n<p><br>\nDann doch lieber Frank-Walter Steinmeier. Einen der SPDler, die mit der \nAgenda 2010 das S aus dem Namen der Partei tilgte. Ich finde das \npositiv:&nbsp; der Mann ist so langweilig, der wird das dann 20 Jahre machen,\n weil wir zwischendurch vergessen werden, dass es den Posten des \nBundespr\u00e4sidenten \u00fcberhaupt gibt. In 20 Jahren fragt dann der \nBundesrechnungshof, warum wir eigentlich so viel Geld ausgeben\u2026<\/p>\n\n\n\n<p><br>\nIch pers\u00f6nlich w\u00e4re aber f\u00fcr Oettinger. Gut, den haben wir in Br\u00fcssel \nverklappt. Deswegen kriegt man so wenig von ihm mit. Der w\u00e4re aber ein \nBundespr\u00e4sident, der an die guten Traditionen eines Heinrich L\u00fcbke \nandockt: \u201eMeine Damen und Herren, liebe Schlitzaugen\u2026\u201c.<\/p>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>Es ist Wahlzeit. Ich lese viele Berichte in den Medien dar\u00fcber, welchen amerikanischen Pr\u00e4sidenten wir w\u00e4hlen sollten. Wenn wir d\u00fcrften. Es fehlt nur die Wahrheit: die Wahl war schon. 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