Das Kind

Igor, Igor, sprach der Graf
heut des Nachts wird es sein
meine Frau wir mir gebären
mein kleines Söhnelein

Meister Meister sprach der Narr
seid ihr nicht zu eilig?
Ob’s ein Sohn doch Töchterlein
das wird nicht langweilig.

Herr, Herr, sprache die Amme
sie ist schon bald bereit
freut euch auf die Zeit zu dritt
und nicht mehr nur zu zweit

Igor Igor sprach der Graf
wir sollten und gemeinsam freuen
Man tischt mir auf das Wildbret fein
und dir die Innereien.

Meister Meister sprach Igor
so gut wir ihr ist keiner
so habt ihr ein treues Weib
wie kaum so einer

Doch plötzlich erklang die Stimm
und sie hatte Tod im Sinn.
„Ist’s ein Sohn dem Vater schlimm,
ist’s ne Maid, die Mutter hin.“

Igor Igor, sprach der Graf,
war ich zu schnell mit meinem Will?
Ach, ich will doch ein Töchterlein,
Stimme, Stimme, sei doch still.

Die Uhr schlägt zwölf,
ertönt ein Kind ein Schrei,
die Türe wird geöffnet,
die Amme trägt das Kind herbei.

Oh nein es ist ein Söhnelein,
das ist kein Gewinn!
Ein letzter Schrei
und Igor streckt es hin.

Etwas älter, aber gerade erst wiedergefunden.

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