Kleidung macht den Lehrer

Es ist mal wieder die Zeit für Elternbriefe über Kleidung von Schülern.

Ein spannendes Phänomen ist, dass viele Schulen es mittlerweile schaffen, geschlechtsneutral hauptsächlich Mädchen anzusprechen.

Tatsächlich stimmt es übrigens: wenn gut aussehende Mädchen sich auch noch knapp bekleiden, richtet das in männlichen Hirnen häufig was an. Und gerade in der Pubertät sind die Hirne eh schon am Wackeln. Vertraut mir, ich bin männlich.

Und lustigerweise ist das übrigens anders herum genauso. Es ist nur etwas anerkannter, sich als Junge wie ein Arsch zu benehmen.

Vielleicht wäre es sinnvoller, statt Kleidervorschriften zu machen, in die Briefe kurz den Sachverhalt reinzuschreiben: Horche mal, das isso, erzieh mal deinen Jungen, damit er trotzdem keinen Blödsinn macht.

Was ich aber noch ganz lustig fand, waren Hinweise auf angemessene Kleiderordnung a la „Auf der Arbeit kannste nachher auch nicht aufreizend oder verlottert rumlaufen, und Schule ist Arbeit“. Ich bin Informatiker. Muss ich mehr sagen?

Es gibt Berufe, bei denen musst Du schick rumlaufen. Auf dem Bau hingegen ist das eher selten. Mir ist lieber, wenn ein Schüler in Leggings oder Turnhose sich wohlfühlt und gerne lernt, als wenn der/diejenige sich in eine Schuluniform quält.

Und wenn ein Lehrer etwas von „wie auf der Arbeit“ schreibt, sollte man vielleicht zurückschreiben: „geh mal arbeiten“. Wenn meine Firma so Klos hätte, würde ich da nicht arbeiten gehen.

Schule ist nicht Arbeit. Außer für Lehrers. Für Schülers gilt: sie sollten möglichst gut lernen können. Da wäre ein gutes Umfeld einschließlich angenehmer Kleidung, bequeme Stühle und ein Klo, auf dem man keine Otyughs erwarten kann, sehr sinnvoll.

Gezeichnet: der, der auch schon mal in Bademantel gearbeitet hat…